Aus: Ausgabe vom 29.05.2018, Seite 5 / Inland

Streit um Abfindungen bei Opel

Beginn der Einigungsgespräche: Betriebsrat sieht Formfehler bei Fristen

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Zu früh gegangen? Der Opel-Betriebsrat hat Zweifel an der Einhaltung von Fristen beim Abfindungsprogramm des Autobauers

Zum Auftakt der Einigungsstellengespräche zur »Sanierung« des Autobauers Opel wurde erneut um das millionenschwere Abfindungsprogramm des angeschlagenen Konzerns (jW berichtete) gestritten. Der Betriebsrat sieht sich von der zuständigen Arbeitsagentur darin bestätigt, dass Opel dabei eine Frist nicht eingehalten habe und Hunderte Beschäftigte zu früh gehen ließ.

In einem am Montag verbreiteten Flugblatt zitieren die Beschäftigtenvertreter aus einem Schreiben der Behörde, dass Entlassungen nach dem Programm erst ab dem 15. Juni rechtssicher möglich seien. Laut Opel-Personalabteilung haben aber bereits im Mai rund 400 Beschäftigte das Unternehmen mit individuellen Abfindungen verlassen. Das Programm wurde jüngeren Mitarbeitern angeboten, die nicht für Altersteilzeit- oder Vorruhestandsregelungen in Frage kamen. Im Einzelfall wurden Zahlungen in Höhe von bis zu 275.000 Euro angeboten.

Dem Flugblatt zufolge hatte Opel der Arbeitsagentur in einer »Massenentlassungsanzeige« mitgeteilt, sich so von bis zu 1.200 der rund 19.000 Beschäftigten in der BRD trennen zu wollen. Dem Betriebsrat und der IG Metall geht der Stellenabbau zu weit. Nach ihrer Einschätzung kann der geplante Personalabbau allein über Altersteilzeit und Vorruhestand erreicht werden.

Opel wurde im August vergangenen Jahres vom französischen Peugeot-Konzern übernommen und steht seitdem unter starkem Kostendruck. Die geplante »Sanierung« soll ohne Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen geschehen. Die konkreten Auswirkungen auf die deutschen Standorte sollten bis zum heutigen Dienstag in der Einigungsstelle zwischen Unternehmen und Betriebsrat besprochen werden. (dpa/jW)

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