Aus: Ausgabe vom 23.05.2018, Seite 8 / Abgeschrieben

»Sklavenmarkt um 12«

Am 25. Mai um 12 Uhr wird die bundesweite Straßenaktion »Sklavenmarkt um 12« in sieben großen deutschen Städten zum Internationalen Afrika-Tag veranstaltet. Dazu teilte das Bündnis »Gemeinsam für Afrika« am Dienstag mit:

Wussten Sie, dass durchschnittlich 60 Sklaven und Sklavinnen für jeden von uns für die Produktion unserer Konsumgüter arbeiten? Die meisten am Anfang der Lieferketten bei der Gewinnung der Rohstoffe, aber auch bei der Herstellung unserer Kleidung, Smartphones und Nahrungsmittel. Aktuell sind mindestens 21 Millionen Menschen weltweit Opfer moderner Sklaverei – auch in Europa und Deutschland (Quelle: ILO).

Mit der Inszenierung eines Sklavenmarkts möchten wir auf die Existenz moderner Sklaverei aufmerksam machen – hier bei uns und überall auf der Welt! Denn auch wir, unser Lebensstil und unsere Ignoranz ermöglichen moderne Sklaverei! Das sollte jeder wissen!
Wir gemeinsam können etwas verändern! Das Bündnis »Gemeinsam für Afrika« demonstriert am 25. Mai anlässlich des Internationalen Afrika-Tages mit einer bundesweiten Aktion zeitgleich auf zentralen Plätzen in Berlin, Köln, Leipzig, Stuttgart, München, Bochum und Frankfurt am Main gegen moderne Sklaverei.

www.gemeinsam-fuer-afrika.de/moderne-sklaverei

Alexander Neu, Obmann im Verteidigungsausschuss des Bundestages für die Fraktion Die Linke, erklärte am Dienstag angesichts der aktuellen US-Truppentransporte durch Deutschland:

Mit den gerade wieder einmal stattfindenden US-Truppenverlegungen Richtung Osten treibt Europa ohne Not weiter in eine Eskalationsspirale mit Russland. Deutschland ist dabei ein weiteres Mal Erfüllungsgehilfe der US-Eskalationspolitik und stellt bereitwillig Infrastruktur und Unterstützung der Bundeswehr zur Verfügung.

Im Rahmen der US-Truppenverlegung »Atlantic Resolve« werden bis Mitte Juni rund 3.500 Soldaten sowie 1.700 Fahrzeuge und Panzer samt Material nach Polen gebracht. Der Transport erfolgt über die Schiene und Konvois auf der Straße. Die Bundeswehr unterstützt die Verlegung. Parallel dazu werden im Rahmen der Militärübung »Saber Strike 18« im gleichen Zeitraum rund 7.000 Soldaten sowie 2.000 Militärfahrzeuge nach Litauen verlegt. An der auf Übungsplätzen in Estland, Litauen und Lettland stattfindenden Übung nehmen insgesamt rund 20.000 Soldaten aus 19 Ländern teil. Wer bei solchen Dimensionen noch an Entspannungspolitik glaubt, verkennt die Lage eklatant. Nach offizieller Lesart gelten Übung und Truppenverlegung dem Schutz der östlichen NATO-Mitglieder. In Wirklichkeit betreiben NATO und dabei vordergründig die USA jedoch ein Säbelrasseln gegenüber Russland, welches die rein verbale Schiene schon längst verlassen hat und nun Taten sprechen lässt.
Die Linke fordert die Bundesregierung auf, dieser Eskalation entgegenzuwirken und die Nutzung deutschen Territoriums als NATO-Drehscheibe für Truppenverlegungen zu verweigern. Deutschland muss sich vielmehr an die Spitze einer längst überfälligen Entspannungspolitik mit Russland setzen und derartige Drohgebärden und Provokationen gegenüber der russischen Seite zukünftig unterlassen. Des weiteren unterstützt Die Linke ausdrücklich die brandenburgische Landesregierung in ihrer ablehnenden Haltung zur US-Truppenverlegung durch Brandenburg.

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