Gegründet 1947 Freitag, 22. Februar 2019, Nr. 45
Die junge Welt wird von 2161 GenossInnen herausgegeben
Aus: Ausgabe vom 30.04.2018, Seite 15 / Politisches Buch

Neu erschienen

International

Die aktuelle Ausgabe der Wiener Zeitschrift für internationale Politik enthält zahlreiche lesenswerte Beträge. Fritz Edlinger schreibt, dass die »politische Erschließung« des europäischen Marktes für US-amerikanisches Fracking-Gas ein Hauptziel der Sanktionen gegen Russland sei. Nun, wenige Monate vor dem Baubeginn der Ostsee-Pipeline, werde zum »Frontalangriff auf Nord Stream 2 geblasen« – paradoxerweise im Bündnis mit deutschen Umweltschützern. Helmut Kramer und zwei weitere Autoren erwarten von der neuen »türkis-blauen« österreichischen Regierung eine »Renationalisierung der Außen- und EU-Politik unter dem Motto ›Österreich zuerst‹«. Heinz Gärtner unterstreicht, dass US-Präsident Trump bei seinem Aufrüstungskurs »große Unterstützung vom sicherheitspolitischen Establish­ment in Washington« erhält. Günter Spreitzhofer sieht Papua-Neuguinea auf einer »Gratwanderung zwischen Steinzeit und Postmoderne«. Das Wirtschaftswachstum ist globale Spitze, der durch die Gold- und Kupferminen gespeiste Exportüberschuss gewaltig. Politisch und sozial verläuft die Entwicklung des Landes zunehmend chaotisch: »Eigentlich hat niemand irgendetwas im Griff.« (jW)

International, Nr. 1/2018, 68 Seiten, 7,50 Euro, Bezug: Arbeitsgemeinschaft Internationale Publizistik, Laaer-Berg-Str. 43, A-1100 Wien, E-Mail: office@international.or.at

Hintergrund

Titelthema des Nachrichtenmagazins ist die internationale Rolle der USA. Matthias Rude stellt in einem Rundblick fest, dass die meisten aktuelle Analysen die USA im Niedergang sehen. Zurückhaltender ist Knut Mellenthin, der zwar auch meint, dass die USA »bei einem friedlichen Verlauf der Dinge« früher oder später die globale Führungsrolle an China abtreten müssen. Die entscheidende Frage aber sei, ob Washington den chinesischen Aufstieg hinnehme, ohne zu einem günstig erscheinenden Zeitpunkt von seiner immer noch riesigen militärischen Überlegenheit Gebrauch zu machen. Der mancherorts herbeigeredete strategische Kontrollverlust der Supermacht sei bislang jedenfalls nicht eingetreten. Christian Selz interpretiert den Sturz des südafrikanischen Präsidenten Zuma als Neuarrangement zweier Kapitalfraktionen. Jule von Lewitz ist skeptisch hinsichtlich der Zukunft der deutschen Sozialdemokratie, die sich womöglich während Merkels vierter Amtszeit entscheide. (jW)

Hintergrund, Nr. 1/2018, 98 Seiten, 5,80 Euro, Bezug: Verlag Selbrund, Bockenheimer Landstr. 17/19, 60325 Frankfurt am Main, E-Mail: abo-hintergrund@ips-d.de

Ähnliche:

  • Der prominenteste Fall: Slobodan Milosevic, der frühere Präsiden...
    01.12.2017

    Ein Werkzeug des Westens

    Einseitige Rechtsprechung. Vor allem bosnische Serben wurden verurteilt. Das Jugoslawien-Tribunal hat nach 24 Jahren ausgedient
  • Kubas Außenminister Bruno Rodríguez am Montag in Wien
    21.06.2017

    Kein Raum für Hass

    Kubas Außenminister antwortete in Wien auf die Aggression von US-Präsident Trump
  • Es geht ums Geschäft: Röhren für die Erdgasleitung Nord Stream I...
    17.06.2017

    Harte Töne Richtung USA

    Senatsbeschluss zu »Strafmaßnahmen« gegen Russland. Deutsch-österreichischer Schulterschluss gegen »völkerrechtswidrige« Sanktionen

Mehr aus: Politisches Buch