Aus: Ausgabe vom 17.04.2018, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Tanzcollage zur Geisterstunde

Nijinsky | Mo., 0.10 Uhr, Arte

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Eines der wichtigsten Ballette der Gegenwart: »Nijinsky« von John Neumeier

Während der Geisterstunde begann in der Nacht von Sonntag auf Montag auf Arte die Erstausstrahlung eines der wichtigsten Ballette der Gegenwart: »Nijinsky« von John Neumeier behandelt das tragische Leben des Jahrhunderttänzers Vaslav Nijinsky. Der Ballerino reüssierte als Star der Ballets Russes, tanzte und choreografierte, bis ihn die Schizophrenie zunehmend lähmte. Nijinskys Meisterwerk, die Uraufführung von »Le Sacre du printemps«, wird in Neumeiers Stück ebenso zitiert wie lyrische und dramatische Kreationen. Der Schock des Ersten Weltkriegs, die Liebe zu Männern wie zu Frauen, das Leiden an der mentalen Krankheit, aber auch der Rückhalt durch die Ehefrau – all dies wird in »Nijinsky« zu einer Collage, die vom letzten Auftritt des Startänzers ausgeht und auch damit endet. In der Fernsehregie von Thomas Grimm tanzt Alexandre Riabko vom Hamburg Ballett in erschütternder Weise die Titelrolle. Carolina Agüero ist als seine Frau Romola zu sehen: auf arte.tv noch Tag und Nacht, bis zum 22. April. (gis)


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