Aus: Ausgabe vom 16.04.2018, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Doch kein Opfer

report-k.de | 15. April, 00:24 Uhr

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Die Geschichte der Vera Lengsfeld ist die einer Selbstfindung. Die Karriere der Politikerin, während der Existenz der DDR an freier Entfaltung gehindert, nahm erst mit ihrer Einweisung in die BRD rasche Fahrt auf. 1990 ein Intermezzo bei Bündnis 90/Die Grünen, 1996 dann Union, 2005 das schlechteste Ergebnis aller CDU-Direktkandidaten bundesweit, 2010 Gauck-Befürworterin und schließlich, 2018, Pro-Pegida-Publizistin. Nun schlug die Frau am Sonntag einen linken Gegendemonstranten, berichtet die Kölner Internetzeitung report K. Als Rednerin hatte sie an einer rechten Kundgebung mitgewirkt; vor den Tätlichkeiten soll sie Protestierende abfotografiert und als »Antifanten« geschmäht haben. Ist die Exdissidentin im »Flüchtlingssommer« dem Wahn anheimgefallen? Ein »rechter Osterhase«, der »wirr redet« (Taz)? Oder gar »wund fürs Leben« ist (Zeit)? Lassen wir das mal. Und nehmen sie ernst: Sie meint es so. Historische Ironie: Genau so was hatte die DDR eigentlich verhindern wollen. (sc)


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