Aus: Ausgabe vom 14.04.2018, Seite 1 / Titel

Die Stadt gehört uns!

In Berlin wollen am Wochenende Tausende gegen steigende Mieten und Verdrängung auf die Straße gehen. Aufruf und Programm

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Zum Ablauf und Programm der Großdemonstration »Mietenwahnsinn widersetzen« in Berlin teilte das organisierende Bündnis am Freitag mit:

Am Samstag, 14. April, startet um 14 Uhr die Demonstration »Widersetzen – Gemeinsam gegen Verdrängung und #Mietenwahnsinn«, organisiert von einem breiten Bündnis Berliner Initiativen. »Dass die Vorbereitung der Demonstration mit mittlerweile über 230 Initiativen und Organisationen eine solche Dynamik entfaltet, hätten wir uns noch vor zwei Monaten nicht träumen lassen. Ein starkes Aufbruchssignal schon jetzt«, erklären die Veranstalter.

Diese große Beteiligung an der Organisation übertrifft alle Erwartungen und zeigt: Das Maß ist voll. Wer mit Immobilien handelt, handelt mit Menschen. Aber diese Menschen fordern jetzt lautstark ihr Recht auf Wohnen ein. Es wird immer deutlicher, dass mit dem profitgetriebenen und mittlerweile völlig dysfunktionalen Wohnungsmarkt das Menschenrecht auf Wohnen nicht verwirklichen werden kann. »Die Landes- und Bundespolitik muss diesen Weckruf hören und den Ausverkauf der Stadt stoppen.«

»Wir erwarten am Samstag viele Tausende aus allen Stadtteilen, alt und jung, mit und ohne Migrationshintergrund, zu Fuß, mit Kinderwagen oder im Rollstuhl. Die überwältigende Resonanz auf die Aktionstage hat gezeigt: Mietenwahnsinn und Verdrängung versetzen in der ganzen Stadt Menschen in Bewegung. Vereinzelung und Ohnmacht wurden durchbrochen«, so die Demo-Orga. In zahlreichen Redebeiträgen wird auf unterschiedliche Aspekte der Wohnungskrise eingegangen. Musik, Performances und Kunstaktionen machen deutlich, wie vielfältig das Bündnis ist.

Viele Mieter- und Nachbarschaftsinitiativen haben während der Aktionstage Schilder und Banner gestaltet, wie auf der Website zur Demo dokumentiert ist: »Modernisierungsumlage abschaffen!«, »Share Deals verbieten!«, »Wer mit Immobilien handelt, handelt mit Menschen«, »Keine Profite aus meiner Miete!«, »Deutsche Wohnen enteignen!«, »Keine Spekulation im Milieuschutz!« »Häuser denen, die drin wohnen!«, »Nicht Euer Casino«, »Stopp Zwangsräumungen!« »Modernisier‘ Dich doch selbst!«, »Mehr Investorenfeindlichkeit wagen!«, »Homes for People, not for Profit«.

Informationen zu Route, Ablauf und Programm:

Die Versammlung startet um 14 Uhr am Potsdamer Platz mit einem Redebeitrag vom Demobündnis, von einem geflüchteten Jugendlichen zur Wohnungsnot geflüchteter Menschen in Berlin, sowie von der Mietrechtsanwältin Carola Handwerg zur rechtlichen Situation. Rahmenprogramm: Theaterszene aus »Gutes Wedding, schlechtes Wedding – Der Aufstand« und Hip-Hop aus Berlin.

Die Demonstrationsroute führt ab ca. 14.45 Uhr über die Leipziger Straße, Mauerstraße, Friedrichsstraße, Hedemannstraße, Wilhelmstraße, Mehringdamm, Obentrautstraße, Großbeerenstraße, Yorckstraße zur Goebenstraße.

Auf der Schlussveranstaltung ab ca. 17.15 Uhr bei den verdrängungsbedrohten Jugendzentren Potse und Drugstore (Ecke Goebenstraße/Potsdamer Straße) werden Redebeiträge zur Situation von Potse und Drugstore, des Bündnis Zwangsräumung verhindern, des TBB – Türkischer Bund in Berlin-Brandenburg e.V., der Nachbarschaftsinitiative Bizim Kiez – Unser Kiez und International Women Space gehalten und finden kurze Konzerte statt.


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