• Pol & Pott

Aus: Ausgabe vom 17.03.2018, Seite 8 (Beilage) / Wochenendbeilage

Quiche mit Rauke

Von Ina Bösecke

Den Film »Tanta Agua – Nichts als Regen« (Uruguay 2013) haben die Regisseurinnen Leticia Jorge Romero und Ana Guevara Pose den Vätern gewidmet. Muss auch mal sein. Der Vater (Néstor Guzzini), um den es hier geht, wirkt zunächst nicht wie ein Held. Missgelaunt telefoniert der moppelige Herr mittleren Alters mit seiner Ex. Es geht um seinen anstehenden Urlaub mit den gemeinsamen Kindern. Offensichtlich traut die Ex dem Mann nicht zu, mit den Kids zurechtzukommen. Früh am Morgen wartet er vor dem Haus der Mutter, und die 14jährige Lucía (Malú Chouza) sowie der etwa achtjährige Federico (Joaquín Cas­tiglioni) schlurfen ins Auto. Ab geht es in den quietschvergnügten Badeurlaub. Der Mann möchte seinen von ihm etwas vernachlässigten Kindern wieder näherkommen. Na hoffentlich klappt’s, möchte man ihm noch zurufen.

Klappt natürlich nicht. Punkt eins: Es regnet die ganze Zeit, weshalb das tolle Schwimmbad immer geschlossen ist. Punkt zwei: Der Bungalow ist viel zu klein und – noch schlimmer – hat keinen Fernseher! Punkt drei: Die Kinder sind auch nicht in Ordnung. Zumindest Lucía beschäftigt sich vornehmlich mit dem Handy, entzieht sich dem Vater, klaut ein Scheinchen aus seinem Portemonnaie, um Zigaretten und Bier zu kaufen (aber auch Gummitiere). Selbst der kleine Fede spielt lieber mit einem anderen Jungen, als mit Papa ein Wasserwerk anzuschauen. Papa schmollt. Und lässt ab und an den Bestimmer raushängen. Aber damit kommt man heutzutage nicht mehr weit.

Später ist Papa doch irgendwie toll. Holt die Tochter von einer Party ab, auf der sie zuviel getrunken hat und wischt, ohne zu murren, das Erbrochene aus dem Auto. Fährt den Sohn zur Klinik, weil er vom Fahrrad gefallen ist. Klaut im Beisein der Tochter eine Sonnenbrille im Laden, die ihr gefällt. Kauft Eiscreme für die ganze Familie. Womit wir beim Thema sind. Essenstechnisch gebührt dem Vater kein Lob. Möglicherweise weil Urlaub ist, gewährt er den Kids pausenlos Cola, Brötchen, Pizza und andere Kalorienbomben. Das einzige lecker und gesund aussehende Gericht gab die Mama mit auf die Reise: eine selbstgebackene Quiche. Hier ist eine mit Rauke, Basilikum und Lauch:

150 g Rauke waschen, gut abschütteln; in feine Streifen schneiden. 180 g Mehl in eine Schüssel sieben, 125 g Butter (in kleine Stücke geschnitten) dazukneten, bis die Mischung krümelig wird. Zwei El Wasser zufügen, Teig herstellen. In Klarsichtfolie wickeln, 30 Minuten kalt stellen. Den Backofen auf 210 Grad vorheizen. Teig ausrollen und damit Boden und Ränder der Quiche­form auskleiden. Mit Backpapier bedecken, mit Reis füllen und zehn Minuten vorbacken, Reis und Backpapier entfernen, weitere fünf Minuten backen. Herausnehmen, Temperatur auf 180 Grad zurückschalten. Ein El Öl in einer Pfanne erhitzen. Eine große Lauchstange, zwei Knoblauchzehen (zerdrückt) fünf Minuten braten. Rauke hineingeben, eine Minute mitbraten. Vom Herd nehmen, abkühlen lassen. Auf dem Teigboden verteilen. Zwei Eier, 125 ml Milch und 125 ml Sahne in einer Schüssel glattrühren, in die vorgebackene Teigform gießen. Etwa 50 Minuten backen, bis die Füllung fest und goldbraun ist. Zum Servieren mit Basilikumblättern bestreuen.


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