Aus: Ausgabe vom 14.03.2018, Seite 14 / Inland

Nachschlag: Hessens »Illegale«

Hessenreporter | Mo., 21.45 Uhr, HR

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Fast 30 Jahre lang lebte Mamadou N. (mitte) ohne Aufenthaltsgenehmigung in der BRD. Geduldet wurde er nur aufgrund seiner schweren Erkrankung

Kein Mensch ist illegal? Doch, wenn man von der Politik dazu erklärt wird. Wie viele Staaten entscheidet auch die Bundesrepublik darüber, wer kommen und bleiben darf. Wessen Aufenthaltsgenehmigung abläuft oder wem nie eine erteilt wurde, den schützt nur noch eine schwere Erkrankung vor der Abschiebung. Oder der Betroffene muss sich vor den Behörden verstecken. Das Leben in der Illegalität ist eines in ständiger Angst und dauert teilweise jahrzehntelang. Ohne Aufenthaltspapiere bleiben einem die Möglichkeiten, sich legal ausbeuten zu lassen und damit Geld zu verdienen, verwehrt – inklusive Krankenversicherung. Helfen können meist nur karitative Einrichtungen, die über die Identität der Bedürftigen Stillschweigen bewahren. Manche haben Glück und werden von Freunden oder Familienangehörigen, die sich legal in der BRD aufhalten, finanziell unterstützt. Der hessische Flüchtlingsrat schätzt die Zahl dieser »Unsichtbaren« in diesem Bundesland auf 40.000. (mb)

kurzlink.de/Illegal_in_Hessen


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