Aus: Ausgabe vom 12.02.2018, Seite 5 / Inland

Eine Firma reicht

Betriebsrat will Aufspaltung von T-Systems verhindern

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Den geplanten Umbau der Telekom-Großkundensparte T-Systems will der Betriebsrat nicht widerstandslos akzeptieren. Die vom Vorstand erwogene Bildung einer neuen Gesellschaft sei nicht hinnehmbar, so die Interessenvertretung der Beschäftigten. Es handele sich wahrscheinlich um den ersten Schritt hin zu einem Verkauf, sagte Telekom-Betriebsratschef Josef Bednarski der Nachrichtenagentur dpa am Sonntag. Und weiter: »Die Gründung einer zweiten GmbH muss vom Tisch.« Der Konzernbereich hat 37.000 Mitarbeiter, davon knapp die Hälfte in der Bundesrepublik. Angeblich schreibt die Sparte seit langem Verluste, der Umsatz schrumpft.

T-Systems war zur Jahrtausendwende entstanden. Klassische Industriekonzerne sollten die Telekom-Tochter mit IT-Diensten beauftragen. Doch das Geschäft wird nach Angaben des Konzerns zunehmend kleinteiliger und anspruchsvoller – und damit weniger rentabel. Zuletzt verlor T-Systems etwa Großaufträge von Thyssen-Krupp. Anfang Januar wurde dann ein neuer Chef bei T-Systems eingesetzt, Adel Al-Saleh. Seine Arbeit begann er damit, Änderungspläne zu verkünden – die mutmaßlich Einschnitte für die Beschäftigten bedeuten werden.

13 Einzelbereiche sollen demnach in zwei verschiedene Firmen innerhalb des Telekom-Konzerns aufgeteilt werden. Angeblich soll das zu mehr Transparenz führen. Durch die Maßnahme solle klar werden, wie genau es um die einzelnen Sektoren steht. »Wenn ein Portfolio keinen Erfolg hat, müsste man über Alternativen nachdenken und handeln – mit der neuen Struktur ginge der Entscheidungsfindungsprozess schneller«, erklärte ein Firmensprecher.

Für viele Beschäftigte dürften die Sätze wie eine Drohung klingen. Das gilt auch für den Betriebsratsvorsitzenden Bednarski. Die Bildung einer zweiten GmbH deutet er als Vorbereitung für einen Verkauf, aus dem schlechtere Arbeitsbedingungen und eine niedrigere Bezahlung der Belegschaft folgen könnten. »Wir werden uns keinem Diktat des Vorstands beugen«, sagte Bednarski. Auch die Vertreter der Beschäftigten im Aufsichtsrat hätten die Entwicklung »innovativer neuer Geschäftsfelder« angemahnt. Eine zweite Firma müsse dafür aber nicht gegründet werden. (dpa/jW)


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