• Pol & Pott

Aus: Ausgabe vom 13.01.2018, Seite 8 (Beilage) / Wochenendbeilage

Pochierter Dorsch in Senf und Sahne

»Caspar David Friedrich – Grenzen der Zeit« (BRD/DDR/Frankreich, 1986) von Peter Schamoni zeigt das Leben des berühmten Malers der Frühromantik, fängt aber mit dessen Beerdigung an. Friedrich (1774-1840) hat viel Dämmerung, viel Meer, viel Mondschein und wenig Menschen gemalt. Meistens stehen diese Menschen ganz klein und einsam in einer grandiosen Landschaft rum, mit Blick ins Unendliche.

Vor Friedrich war es genau umgekehrt. Da diente die Natur lediglich als Kulisse für die Götter und Herrschaften, die sich dafür oder zumindest für etwas Ähnliches hielten. Die wenigsten seiner Zeitgenossen kamen klar mit Friedrichs neuer Sicht der Dinge, die er als einer der ersten Künstler unabhängig von den Aufträgen des Adels ausbildete, was ihm zwar künstlerische Freiheit, aber auch unregelmäßige Einnahmen bescherte. Als der Kronprinz Friedrich Wilhelm ein paar Gemälde von ihm kaufte, war er für eine Weile berühmt und begehrt. Doch er starb in Armut. Und schon 50 Jahre nach seinem Tod hatten die Menschen ihn fast vergessen. Heute haben viele seine Bilder einen eigenen Raum in der Alten Nationalgalerie in Berlin, die viele nur seinetwegen besuchen.

Schamonis Film ist halb Spiel-, halb Dokumentarfilm. Es werden Szenen von Friedrichs Leben nachgespielt. Wie er als Kind beinahe im eiskalten Wasser ertrank, sein Bruder ihn aber rettete, was diesem das Leben kostete. Friedrichs Ehefrau Caroline, geborene Bommer (Sabine Sinjen) kommt zu Wort, hauptsächlich aber sein Freund und Arzt Carl Gustav Carus (Helmut Griem), der ihn oft im Atelier besuchte. Wir erfahren, dass Friedrich ein schwieriger Typ war, der gern allein sein wollte. »Die Einsamkeit brauch ich für das Gespräch mit der Natur«, sagt Friedrich selbst dazu, als Stimme aus dem Off. Als Person kommt er nicht vor. Dafür sieht man viele seiner Bilder. Auch der Kameramann des Films, Gérard Vandenberg, wollte zeigen, dass er ein Künstler ist. Viele seiner Landschaftsaufnahmen sehen aus wie von Friedrich gemalt. »Ein Bild soll nicht erfunden, sondern empfunden sein«, hat der Künstler gesagt, und »das Göttliche ist überall, auch in einem Sandkorn«.

Friedrich war oft auf der Insel Rügen zum Wandern und Malen (»Kreidefelsen auf Rügen«). Deshalb essen wir einen pochierten Dorsch in Senf-Sahne-Sauce: Vier Dorschkoteletts mit dem Saft einer Zitrone beträufeln, mit Salz und Pfeffer würzen. Ein Bund Suppengrün putzen, klein schneiden. In einem großen Topf ein EL Butter zerlassen, Suppengrün darin anrösten. Mit 1,5 Liter Wasser aufgießen, eine geschälte Zwiebel, ein Lorbeerblatt, vier Pimentkörner hinzufügen, einmal aufkochen, zehn Minuten köcheln lassen. Fisch ins Wasser legen, bei kleiner Hitze etwa acht Minuten gar ziehen lassen, nicht kochen. Fisch herausheben, warm stellen, Fischsud durchseihen. Zwei EL Butter zerlassen, zwei EL Mehl unter Rühren darin hellgelb anschwitzen. Mit einem Viertel Liter Fischsud ablöschen, 250 g süße Sahne unterrühren, zehn Minuten köcheln lassen. Drei EL scharfen Senf mit zwei Eigelben und einem Schuss Essig verrühren. Sauce vom Herd nehmen, die Eigelbmischung einrühren, mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken. Fisch in der Sauce nochmals kurz ziehen lassen.


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