Aus: Ausgabe vom 02.01.2018, Seite 2 / Ausland

Entspannung bei Olympia

Kim Jong Un will DVRK-Delegation zu Winterspielen in Südkorea entsenden

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Winterspiele in Pyeongchang: In der südkoreanischen Hauptstadt Seoul ist das Sportereignis schon präsent (29.12.2017)

Der Staatschef der Demokratischen Volksrepublik Korea (DVRK), Kim Jong Un, hat sich überraschend zur Entsendung einer Delegation zu den Olympischen Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang im Februar bereit erklärt. »Wir hoffen, dass die Winterspiele ein Erfolg werden«, sagte Kim am Montag in seiner Neujahrsansprache. Dazu wolle Pjöngjang verschiedene Schritte unternehmen, die Prüfung der Entsendung einer Delegation eingeschlossen.

Beide Seiten könnten sofort darüber sprechen, betonte Kim im staatlichen Fernsehen. Beide Länder sollten sich darum bemühen, die militärischen Spannungen auf der Koreanischen Halbinsel zu reduzieren und ein »friedliches Umfeld« zu schaffen. Den Vorschlag verband Kim mit einem Gesprächsangebot: »Beide Koreas können sich sofort treffen«. Nordkoreanische Athleten sind für die Spiele bislang allerdings nicht gemeldet.

Das Büro des südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In begrüßte den Vorschlag seines Amtskollegen aus dem Norden. »Die erfolgreiche Austragung der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang wird zum Frieden und zur Aussöhnung auf der Koreanischen Halbinsel und in Nordostasien, wie auch auf der ganzen Welt, beitragen«, hieß es. Seoul sei ohne Rücksicht auf Zeitpunkt, Ort oder Format zu Gesprächen bereit.

Moon hatte der »Schutzmacht« USA vorgeschlagen, die gemeinsamen Frühjahrsmanöver ihrer Streitkräfte wegen der Olympischen Spiele und der Paralympischen Spiele im März zu verschieben. Eine Entscheidung Washingtons steht noch aus. Südkorea, die Vereinigten Staaten und Japan haben immer wieder mit Militärübungen, die gegen die DVRK gerichtet waren, Pjöngjang provoziert.

Kim wies in seiner mittlerweile zur Tradition gewordenen Neujahrsrede auf Fortschritte im Atomwaffenprogramm des Landes hin. Die USA könnten »niemals einen Krieg gegen mich und unser Land führen«, betonte er. Die DVRK habe 2017 ihr Ziel erreicht, den Aufbau einer Atomstreitmacht abzuschließen. Das Land sei für einen Krieg mit den Vereinigten Staaten gewappnet. Der »Atomwaffenknopf« sei immer auf seinem Schreibtisch, sagte Kim am Montag . Die USA sollten wissen, dass ihr gesamtes Territorium in Reichweite »unserer Atomwaffen« sei. »Das ist Realität, keine bloße Drohung«. (dpa/jW)


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