Aus: Ausgabe vom 28.11.2017, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Duldungspolitiker

Interview | Mo., 7.15 Uhr, DLF

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Eine »parlamentarische Linke«, so was hält sich die SPD. Matthias Miersch ist ihr Sprecher und seine Aufgabe eine undankbare. Er soll im Deutschlandfunk erklären, warum sich die Sozialdemokratie mit Fug und Recht in Partei des Wortbruchs umbenennen kann. Warum nun doch die große Koalition kommen soll.

Miersch hat eine Idee: Weder Neuwahlen noch »Groko«! So kann man dem Wähler ein Schnippchen schlagen. Statt dessen: Minderheitsregierung! So nennen will er die nicht, er redet lieber von »Duldung«: Natürlich wäre ein solcherart geduldetes CDU/CSU-Kabinett auf konstante Unterstützung angewiesen. Die Minderheitsregierung wäre also eine Art große Koalition, nur ohne Ministerposten für die SPD. Und wenn die mal nicht mitstimmen mag, kann man sich ja anderswo Mehrheiten organisieren – bei der AfD zum Beispiel.

Da kommt dann »was Gutes raus«, hofft Miersch. Bestimmt. Für SPD, bei der nächsten Wahl, solide fünf Prozent. Und der Parlamentarismus ist gerettet. (sc)


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