Aus: Ausgabe vom 28.11.2017, Seite 5 / Inland

Bereit in Bad Fallingbostel

Warnstreiks in Tarifauseinandersetzung bei DB-Schenker in Niedersachsen

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Rauf mit den Löhnen! Die Beschäftigten bei DB-Schenker traten am Montag in den Ausstand (Bad Fallingbostel)

Die Deutsche Bahn setzt auf Wachstum im Ausland und dafür in Deutschland den Rotstift an. Anfang November hat die Logistiksparte DB Schenker ein neues Werk in Madrid eröffnet. Auf 60.000 Quadratmetern werden die Bereiche in- und ausländischer Landtransport, Luft- und Seetransport in der spanischen Hauptstadt sowie die Projektabteilungen untergebracht. »In das neue Logistikzentrum wurden insgesamt 22 Millionen Euro investiert, die einmal mehr das starke Engagement für kontinuierliches Wachstum in Spanien verdeutlichen«, hatte der Konzern am 9. November erklärt.

Im Inland befinden sich die Beschäftigten in Tarifverhandlungen. Im niedersächsischen Bad Fallingbostel demonstrierten Arbeiter am Montag für höhere Gehälter. Verdi verlangt vom Unternehmerverband für das private Verkehrsgewerbe Niedersachsen für die kommenden zwölf Monate 6,5 Prozent mehr Lohn. »Mit dem Warnstreik wollen die Beschäftigten die Arbeitgeber in Bewegung bringen«, erklärte der DGB-Vorsitzende des Heidekreises, Heinz-Dieter Braun. Für Donnerstag ist der nächste Verhandlungstermin angesetzt. In den vergangenen Tagen sei es in mehreren Betrieben in Niedersachsen zu Warnstreiks gekommen. In Bad Fallingbostel beteiligten sich gestern 40 Beschäftigte. Darunter seien auch Bürokräfte und Leiharbeiter gewesen, erklärte Braun. »Berücksichtigt man, dass hier 180 Festbeschäftigte und eine ständig variierende Zahl Leiharbeitende im Schichtsystem arbeiten, dann ist das für die Frühschicht eine gute Streikbeteiligung«, resümierte der DGB-Kreisvorsitzende. Bei nasskaltem Wetter hätten die Streikenden mit guter Laune die geplante Streikzeit zwischen sechs und zehn Uhr durchgehalten. »Sollte ein Erzwingungsstreik notwendig werden, sind die Kollegen von DB-Schenker in Bad Fallingbostel dazu bereit«, erklärte Braun.

Zuletzt hatte sich die Gewerkschaft in Thüringen wochenlange Tarifauseinandersetzungen mit den Chefs des Logistikunternehmens geliefert. Anfang Juli hatten Verdi und Verkehrsverband sich auf Lohnsteigerungen von 6,5 Prozent geeinigt. Die Gewerkschaft wertete den Tarifabschluss als »großen Erfolg«. Das deutliche Lohnplus sei nach langwierigen Verhandlungen und Warnstreiks in der achten Verhandlungsrunde zustande gekommen. (jW)


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