Aus: Ausgabe vom 23.11.2017, Seite 16 / Sport

TOP 16.3

DLV, BDR, DTU und NADA

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»Risikogruppe 1«: Dopingkontrolle bei der Tour de France

Frankfurt/Main. Die Spitzenverbände der Leichtathleten, Radfahrer und Triathleten – DLV, BDR und DTU – wollen ihre Beiträge zur Finanzierung der Nationalen Antidopingagentur (NADA) nachverhandeln. Der seit 2008 maßgebliche Verteilungsschlüssel zur NADA-Finanzierung stehe in »keinerlei Zusammenhang mehr mit der aktuellen Situation« und müsse »in Gänze hinterfragt« werden, heißt es in einem Antrag der drei Verbände, der bei der Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) am 2. Dezember in Koblenz unter »TOP 16.3« besprochen werden soll. Die Antragsteller fordern die Deckelung des bisherigen Beitrags des Sports auf eine Million Euro bis Ende 2020 und eine »langfristige Neuregelung« ab 2021.

DLV, BDR und DTU gehören seit neun Jahren zu den neun Verbänden der Risikogruppe 1, die mehr als die Hälfte der eine Million Euro zur NADA-Finanzierung beisteuern. Spitzenreiter ist der DLV mit 142.124 Euro jährlich. Dies ist ein Anteil von rund 14,2 Prozent. Der BDR liefert mit 107.763 Euro die zweithöchste Summe vor der DTU und dem Deutschen Schwimmverband mit jeweils 60.477 Euro. Insgesamt gibt es 50 Beitragszahler.

»Im Berechnungsschlüssel für die Kostenumlage wurden wir mit dem BMX der Frauen genauso in die Risikogruppe 1 eingestuft wie – sicher berechtigterweise – der Straßenradsport der Männer«, erklärte BDR-Generalsekretär Martin Wolf. Seit Jahren blieben Proteste unberücksichtigt.

Auch die Triathlonunion stieß beim DOSB auf Granit. »Da haben wir ein Schreiben vom DOSB bekommen mit der Aufforderung: Sie zahlen das für den Antidopingkampf oder sie kriegen keine Bundesförderung mehr«, sagte DTU-Präsident Martin Engelhardt.

Die drei Verbände argumentieren auch mit der Anzahl der Dopingtests. 2015 wurden im Triathlon 453 Trainings- und 167 Wettkampfkontrollen gemacht, 2016 waren es noch 330 beziehungsweise 94, sagte DTU-Generalsekretär Matthias Zöll. Im deutschen Radsport sind die Wettkampfkontrollen schon deshalb zurückgegangen, weil aktuell etwa 60 Prozent weniger Wettkämpfe ausgetragen werden, vor allem im Straßenbereich. »Sämtliche Straßen-Rundfahrten, die es 2008 noch gab, existieren nicht mehr«, so Wolf. »Auch dies wird nicht berücksichtigt«. (dpa/sid/jW)


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