Aus: Ausgabe vom 21.11.2017, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Kunst, die wegkann

Tatort | So., 20.15 Uhr, ARD

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Vielschichtige Persönlichkeit: Aktionskünstler Zoltan Rajinovic alias G.O.D. (Aleksandar Jovanovic) wird verehrt, auch von Prof. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers, rechts im Hintergrund).

»Das haben wir schon immer so gemacht«: Mit diesem Satz rechtfertigen etliche »Tatort«-Zuschauer, warum sie regelmäßig Sonntag abends die älteste Krimireihe des deutschen Fernsehens einschalten. Das Motto trifft aber leider auf ihre Macher immer weniger zu. Die Fernsehserie ist geprägt von Experimenten oder gähnender Langeweile, im schlechtesten Fall einer Kombination aus beidem. Dabei sind Experimente im Genre – noch dazu für einen öffentlich-rechtlichen Sender – etwas durchaus Gutes und Gewolltes. Sagen wir einmal so: Wenn der »Tatort« in der Regel spannend und solide gemacht wäre, würde Neues, Unvorhergesehenes, Skurriles nur um so besser ankommen. Wer aber heute einen spannenden Krimi sehen will, schaltet eben gerade nicht mehr Sonntag abends die ARD ein. Da werden beispielsweise im Programm von ZDF neo deutlich bessere Alternativen angeboten. Bleibt zu der Folge »Gott ist auch nur ein Mensch« von diesem Wochenende eigentlich nur noch zu fragen: »Ist das Kunst, oder kann das weg?« (cwr)


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