• Pol & Pott

Aus: Ausgabe vom 18.11.2017, Seite 8 (Beilage) / Wochenendbeilage

Maultaschen mit Petersilienpesto

»Frühstück bei Monsieur Henri« (Frankreich 2016) von Ivan Calbérac ist einer dieser französischen Wohlfühlfilme, wie sie nun schon seit Jahrzehnten produziert werden, ganz so als ob es nie eine Nouvelle Vague gegeben hätte, nie einen Jean Renoir und nie einen Jacques Feyder. Die Geschichte ist schnell erzählt: Eine junge Frau (Noémi Schmidt) will etwas aus ihrem Leben machen, fällt aber immer durch Prüfungen, auch durch Fahrprüfungen. In Paris findet sie ein Zimmer bei einem alten Griesgram (Claude Brasseur), der aber ganz schnell lieb wird und ihr verschüttetes Talent zum Klavierspielen entdeckt und fördert. Rundherum sind noch ein paar mehr oder wenige witzige Situationen mit einem verklemmten Sohn (Guillaume de Tonquédec) und dessen betulicher Gattin (Frédérique Bel) eingestreut.

Auch kulinarisch geht es stetig bergab mit den Franzosen. Monsieur Henri sieht man immer nur mit dem obligatorischen Baguette durch die Gegend schlendern, auf das er sich zuweilen Butter und Marmelade schmiert. Die Studentin hantiert mit fertigem Mikrowellengerichten in der Küche. Auf dem Wohnzimmertisch stapeln sich Pizzakartons und Coladosen. Der Tiefpunkt wird erreicht, als die junge Frau sich für die Zubereitung eines Familienessens anbietet. »Ich bin nicht sehr begabt«, warnt sie – und tischt den Gästen dann ohne mit der Wimpern zu zucken ein Gratin auf, das mit Dosenravioli zubereitet wurde. Man kann einem jungen Menschen nicht übelnehmen, dass er kaum kochen kann, in dem Alter sind nun einmal andere Dinge wichtiger. Aber warum die Familie nicht rebelliert gegen den Fraß, sondern im Gegenteil behauptet, es hätte gut geschmeckt ist, unverzeihlich. Bei uns wird gekocht, bis der Schweiß ausbricht:

Maultaschen mit Petersilienpesto: Für die Maultaschen 375 g Mehl, einen halben TL Salz, drei Eier, drei EL Öl, vier EL Wasser zu einem glatten Nudelteig verkneten. Teig zugedeckt 30 Minuten ruhen lassen. Für das Pesto 60 g Petersilienblätter und 10 g Liebstöckelblätter waschen, trocken tupfen. Kräuterblätter mit 60 g geriebenen Parmesan, 30 g gerösteten Pinienkernen, 150 ml Traubenkernöl in einen hohen Rührbecher füllen, mit dem Stabmixer fein pürieren. Mit Salz und Pfeffer würzen. Für die Füllung 300 g tiefgekühlten Blattspinat auftauen, gut ausdrücken, fein hacken. Eine Zwiebel schälen, in feine Würfel schneiden, in ein EL Butter drei Minuten andünsten. Spinat, Zwiebel, 400 g Bratwurstbrät, zwei EL Paniermehl, einen halben TL abgeriebene unbehandelte Zitronenschale gut verrühren. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen. Nudelteig in vier gleich große Portionen teilen. Jeweils dünn mit dem Nudelholz auf der bemehlten Arbeitsfläche zu 12 mal 40 cm großen Teigbahnen ausrollen. Je ein Viertel der Füllung der Länge nach auf zwei Drittel des Teiges gleichmäßig verstreichen. Das obere Drittel mit etwas Wasser bestreichen, Teigplatten von unten nach oben aufrollen. Mit einem Holzlöffelstiel die Rollen in drei bis vier cm große Rauten abteilen, gut andrücken. Mit einem Messer an den angedrückten Stellen teilen. Reichlich Salzwasser in einem großen Topf zum Kochen bringen, Maultaschen darin zehn Minuten ziehen lassen. Maultaschen mit dem Petersilienpesto servieren.

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