Aus: Ausgabe vom 11.11.2017, Seite 15 / Geschichte

Anno … 46. Woche

1887, 13. November: Etwa 100.000 Erwerbslose demonstrieren auf dem Trafalgar-Square in London für die Schaffung von Arbeitsplätzen. Zugleich wenden sie sich gegen die weitere Unterdrückung Irlands. Die Demonstration bildet den Höhepunkt einer seit 1886 andauernden Bewegung. Das Vorgehen der Polizei fordert mehr als 200 Verletzte.

1897, 14. November: Die Ermordung zweier deutscher Missionare in China am 1. November 1897 nutzt Kaiser Wilhelm II. als willkommenen Vorwand, die Kiautschoubucht zu besetzen, noch bevor die chinesische Regierung von dem Mord erfahren hatte. China versucht erfolglos, einen Abzug der Truppen zu erwirken. Am 20. November beginnen Verhandlungen. Am 6. März 1898 pachtet das Deutsche Reich die Bucht für 99 Jahre. Die chinesische Regierung gibt alle Hoheitsrechte innerhalb des Pachtgebietes auf und erteilt dem Deutschen Reich Konzessionen zum Bau zweier Eisenbahnlinien und zum Abbau örtlicher Kohlevorkommen.

1927, 12. November: Leo Trotzki und Grigori Sinowjew werden von der Zentralen Kontrollkommission aus der KPdSU ausgeschlossen. Die Vereinigte Linke Opposition, deren einflussreichster Kopf Trotzki war, sah die Sowjetunion auf einem kapitalistischen Weg und forderte unter anderem die Rücknahme der »Neuen Ökonomischen Politik«. Am 7. November gingen die Widersacher der Linie des Zentralkomitees mit eigenen Appellen an die Öffentlichkeit. Das ZK konterte mit der Ausschlussandrohung aller Mitglieder der KP, die auf inoffiziellen Versammlungen gegen die Politik der Partei auftreten.

1957, 15. November: Rudolf Iwanowitsch Abel wird in den USA wegen Ausspähens bzw. Übermittelns von Verteidigungsinformationen an die Sowjetunion sowie Agententätigkeit zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. Abel reorganisierte und erweiterte ab 1948 das Spionagenetz in den Vereinigten Staaten. Seine ersten Ziele waren die Militäreinrichtungen an der Westküste. 1949 leitete er die Versuche zur Kontaktaufnahme mit führenden Atomwissenschaftlern, um sie zu einer Unterstützung der »Internationalen Antifaschistischen Wissenschaftlichen Gemeinschaft« zu bewegen. 1962 wird er auf der Glienicker Brücke in Berlin gegen einen von der UdSSR enttarnten US-Agenten ausgetauscht.

1992, 12. November: Gegen den todkranken Erich Honecker und fünf weitere SED-Mitglieder beginnt der Prozess wegen des Schießbefehls an der Grenze zwischen BRD und DDR. Am 13. Januar werden die Anwälte über die Aufhebung des Haftbefehls informiert. Am selben Tag fliegt Honecker mit Unterstützung und Begleitung eines Solidaritätskomitees zu seiner Frau Margot nach Chile.

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