Aus: Ausgabe vom 04.11.2017, Seite 2 / Ausland

Trump warnt China

US-Präsident zu zwölftägiger Asienreise aufgebrochen

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Eine Frau demonstriert am 3. November in der Nähe der US-Botschaft in Tokio gegen den Besuch des US-Präsidenten

US-Präsident Donald Trump ist am Freitag zu einer zwölftägigen Asien-Reise aufgebrochen. Ein wichtiges Thema wird dabei die Krise auf der Koreanischen Halbinsel sein. Erste Station Trumps ist Japan, wo er mit Ministerpräsident Shinzo Abe und Kaiser Akihito zusammentreffen will.

Abe hatte nach seinem Wahlsieg Ende Oktober einen harten Kurs gegenüber Pjöngjang angekündigt. Trump hatte kurz vor seiner Abreise nach Asien erwogen, die Demokratische Volksrepublik Korea (DVRK) erneut auf die Liste der Staaten zu setzen, die angeblich den Terrorismus unterstützten.

In einem Gespräch mit dem US-Fernsehsender Fox hatte Trump die Volksrepublik China gewarnt, dass Japan in der Auseinandersetzung auf der Koreanischen Halbinsel aktiv werden könnte: »Japan ist eine Kriegsnation, und ich sage China und allen anderen, die mich hören, Sie werden ziemlich bald ein großes Problem mit Japan bekommen, wenn Sie zulassen, dass es mit Nordkorea so weitergeht.« Zugleich erklärte Trump, sein chinesischer Amtskollege Xi Jinping sei im dem Konflikt »ziemlich grandios« gewesen. »China hilft uns«, fügte der Multimilliardär hinzu.

Auch in Beijing wird Trump erwartet. Die chinesische Regierung hatte vor seinem Besuch ihr Vorgehen in der Krise auf der Koreanischen Halbinsel verteidigt. Man habe alles getan, was möglich sei, um die Probleme zu lösen, sagte Vizeaußenminister Zheng Zeguang am Freitag. Deswegen werde Xi mit Trump auch über dieses Thema sprechen. Beide Länder hätten ein gemeinsames Interesse an Frieden und Stabilität in der Region.

Vor der Abreise Trumps nach Asien hatten die Vereinigten Staaten mit ihren Verbündeten Südkorea und Japan am Donnerstag eine gemeinsame Luftwaffenübung abgehalten. US-Kriegsflugzeuge vom Typ »B-1B« überflogen Südkorea, wie die US-Luftwaffe mitteilte. Das Training sei Teil einer Mission »ständiger Bomberpräsenz« im Pazifik und keine Reaktion auf ein aktuelles Ereignis gewesen, hieß es weiter.

Weitere Stationen Trumps werden Vietnam und die Philippinen sein, wo der US-Präsident an mehreren Gipfeltreffen der Asien-Pazifik-Region teilnehmen wird. Dabei soll es unter anderem um den Handel in der Region gehen. Trump hatte sich erst am Freitag dazu entschieden, auch am East Asia Summit auf den Philippinen teilzunehmen.

Von russischer Seite war zuletzt ein Treffen mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin am Rande des Apec-Gipfels in Vietnam ins Gespräch gebracht worden. Eine solche Begegnung sei nicht ausgeschlossen, sagte am Freitag Dmitri Peskow, Sprecher des Präsidialamts in Moskau. »Die Bedeutung eines jeden Treffens der Präsidenten Russlands und der USA für alle internationalen Angelegenheiten kann man kaum überschätzen«, sagte Peskow der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge. (dpa/AFP/Reuters/jW)

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