Aus: Ausgabe vom 23.10.2017, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Westsahara kein Thema

Weltsichten | So., 8.22 Uhr, RBB-Inforadio

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Protest in Algerien gegen die Besetzung der Westsahara (Juni 2016)

Es ist in Berlin ein beliebter Freizeitspaß, eine der zahlreichen Veranstaltungen zu besuchen, die Stiftungen und Ministerien, Lobbyverbände und Medien gratis anbieten. Da gibt es ein Büfett und die Illusion, an etwas Großem, der Politik, beteiligt zu sein. Wie eng deren Grenzen sein können, zeigte sich bei dem Gespräch über Marokko, das RBB-Inforadio am 13. dieses Monats in den Hallen der »Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit« (GIZ) gekürzt ausstrahlte: Jürgen Dierlmaier, GIZ-Chef in Marokko, lobte die Anstrengungen des Königreichs in Sachen Ökologie. Firmen wie Siemens haben Riesenaufträge. Der Clou: Jüngst habe Marokko sogar das System der »Ich-AG« eingeführt. Als die Fragerunde eröffnet war, meldete sich eine Frau aus der Westsahara zu Wort und wollte wissen, ob bei der Arbeit des Entwicklungsdienstes die Menschenrechte eine Rolle spielen. Das Thema wurde abgeblockt, hier ist für die Dienstleister der Bundesregierung Schweigen Pflicht. (jt)

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