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Diskriminierung durch Jobcenter

Berlin. Jobcenter-Mitarbeiter neigen einer Untersuchung zufolge bei Anfragen von Menschen mit einem ausländisch klingenden Namen zur Diskriminierung. Wie das Wissenschaftszentrum Berlin am Freitag erklärte, erhielten in einem Experiment Fragesteller mit einem türkischen oder rumänischen Namen »qualitativ schlechtere Auskünfte« als Menschen mit einem deutschen Namen. Bei den fiktiven Anfragen per E-Mail ging es um Informationen zum Thema Hartz IV. Der Studie liegen E-Mails an 408 Jobcenter in der ganzen BRD zugrunde, in denen fiktive Personen mit deutsch, türkisch oder rumänisch klingenden Namen um Auskunft baten, welche Unterlagen für einen Hartz IV-Antrag benötigt würden. Die E-Mails variierten auch bei Beruf, Geschlecht und hinsichtlich des Schreibstils. Die angeblich ausländischen Fragesteller hätten »häufiger unzureichende und weniger detaillierte Informationen« erhalten als die deutschen, so die Studienautoren. Unterschiede ergaben sich dabei auch zwischen den Jobcentern: So schnitten etwa westdeutsche Behörden schlechter ab als ostdeutsche. (AFP/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 09.09.2017, Seite 5, Inland

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