Aus: Ausgabe vom 23.08.2017, Seite 8 / Abgeschrieben

Gemeinsam gegen Faschisten

Am Samstag fand am Berliner Ernst-Thälmann-Denkmal eine Kundgebung zum Gedenken an den vor 73 Jahren ermordeten KPD-Vorsitzenden statt. Zu den mehr als 150 Anwesenden sprach die Antifaschistin und Kommunistin Erika Baum (DKP). Ein Auszug aus ihrer Rede:

Wir sind hier am Thälmann-Denkmal, morgen in Ziegenhals und ein Teil unserer Genossen bei der Demonstration der Faschisten heute in Spandau, um zu bekunden: Thälmann ist niemals gefallen! (…) Der Kampf um die Befreiung Thälmanns in der ganzen Welt war der Kampf gegen den Faschismus. In Spanien kämpfte das Thälmann-Bataillon. In der Illegalität, in den Konzentrationslagern wurde der Widerstand organisiert. Die Fahne der Sowjetmacht auf dem Reichstag in Berlin entsprach seiner Gewissheit über die Niederlage des Faschismus.

Auch nach dem Krieg haben wir die Orientierung gehalten: Wir haben die Trümmer beseitigt, die Konzerne enteignet, eine Schulreform durchgeführt, die Junker verjagt. Wir gründeten die DDR, unsere Kinder wurden Thälmann-Pioniere. Weil wir diesen Weg verteidigen, verteidigen wir Denkmäler und Straßennamen. Wir wehren uns gegen Angriffe auf Denkmäler der Sowjetsoldaten, des Sieges der Sowjetunion. Wir tun es in solidarischer Verbundenheit mit den Antifaschisten in der Ukraine, die dabei ihr Leben einsetzen.

Thälmann zeigt, wie man kämpfend lernen muss. In Artikeln, in Aktionen, in Massenversammlungen, in der Parteiarbeit hat er den Zusammenhang von Imperialismus, Krieg und Faschismus gezeigt. Die Losung zu den Wahlen war »Wer Hindenburg wählt, wählt Hitler, wer Hitler wählt, wählt den Krieg«.

Besteht auch heute dieser Zusammenhang? Nach der Vernichtung der DDR, ihrer Besetzung, hat der damalige Bundeskanzler, der jetzt so gelobte große »Europäer«, in der Regierungserklärung am 30. Januar 1991 dargelegt: »Deutschland hat mit seiner Geschichte abgeschlossen. Es kann sich künftig offen zu seiner Weltmachtrolle bekennen.« (…) Die EU, das imperialistische Staatenbündnis, sichert trotz aller Gegensätze die Rolle des deutschen Finanzkapitals. Was es heißt, wenn in Europa deutsch gesprochen wird, erleben die Werktätigen in Griechenland. Deutschland erhöht seine Rüstungsausgaben, beteiligt sich an Kriegsvorbereitungen und Kriegen, an Ramstein und Büchel. Der militärisch-industrielle Komplex verdient an Kriegen.

(…) Die Hauptkräfte des Finanzkapitals (in Übereinstimmung und in Gegensatz) müssen, um ihre Macht zu sichern, die Weltmacht anstreben, eine unipolare Welt, eine Wertegemeinschaft. Sie bekämpfen alle Bewegungen, alle Staaten, die sich nicht unterwerfen. Dazu brauchen sie Kriege in der ganzen Welt. Sie richten ihren Hauptstoß, ihre Provokationen gegen Russland und China. (…) Wir wissen, Russland ist nicht die Sowjetunion, aber wo gibt es noch ein Land (...) in dem jede Familie ihre Erfahrungen im Kampf gegen Faschismus und Krieg hat? Um den Imperialismus zu schwächen, um seine Offensive zu stoppen, um den Krieg zu verhindern, damit die Welt nicht zum Schlachtfeld wird, brauchen wir die Einheit, die Aktion aller, die am Leben interessiert sind. Schauen, was sie tun – nicht glauben, was sie sagen. Deshalb gemeinsam gegen Faschisten in Spandau – aber gegen die Politik des Senats, der den Naziaufmarsch nicht verbietet.

Im Sinne Thälmanns: Widerstand!

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