Aus: Ausgabe vom 12.08.2017, Seite 10 / Feuilleton

Abwracken

Von Dusan Deak

Das Geschäftsmodell der Stunde in der asozialen Marktwirtschaft, Abwracking, ist nicht mit dem Fracking zu verwechseln, einer gerade wieder weniger beachteten Methode zur Grundwasservergiftung unter dem Vorwand der Öl- und Gasgewinnung. Erstmals in großem Maßstab getestet wurde das Abwracken während der Finanzkrise 2008/09. Der Zusammenbruch des Finanzsystems konnte damit verhindert werden. Flankiert wurde es allerdings durch Niedrigzinspolitik und Bad-Bank-Gründungen.

Im wesentlichen ist das Geschäftsmodell dreistufig:

1. unnützen Schrott herstellen und Menschen davon überzeugen, dass sie ihn unbedingt brauchen,

2. einen Skandal inszenieren (zum Beispiel Diesel- oder Finanzskandal),

3. einen Gipfel einberufen, der beschließt, den alten Mist zu verschrotten und gegen neuwertigen, etwa doppelt so teuren Schrott einzutauschen.

Es scheint zu funktionieren. Die nächste größere Verschrottungsaktion ist hierzulande für den 24. September geplant. Da soll der Regierungsschrott durch runderneuerten ersetzt werden.

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