Aus: Ausgabe vom 18.07.2017, Seite 15 / Betrieb & Gewerkschaft

Azubis im Osten erhalten weniger Geld

Hans-Böckler-Stiftung macht große regionale Unterschiede bei den Ausbildungsvergütungen aus

Von Johannes Supe
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Gleiche Arbeit, ungleiche Bezahlung: Azubis verdienen im Osten deutlich weniger als im Westen

Die Ausbildungsvergütungen, die Azubis vom Lehrbetrieb erhalten, unterscheiden sich in der Bundesrepublik drastisch. Das hat die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung am vergangenen Freitag mitgeteilt. Dieselbe Ausbildung werde demnach je nach Region besser oder schlechter vergütet, die Unterschiede würden sich auf bis zu 299 Euro im Monat belaufen.

»In der Gruppe mit den niedrigsten Ausbildungsvergütungen mit Beträgen von weniger als 700 Euro finden sich hauptsächlich ostdeutsche Tarifbereiche, aber auch zum Beispiel das westdeutsche Gebäudereinigerhandwerk«, heißt es in der Mitteilung der Stiftung. So würden beispielsweise in Thüringen im Kfz-Handwerk den Azubis im ersten Lehrjahr nur 570 Euro gezahlt. Überhaupt sei in dieser Branche die Vergütungsspanne am größten. So erhielten Brandenburger Azubis noch im dritten Ausbildungsjahr nur 630 Euro, während es in Baden-Württemberg 929 Euro seien.

Ähnlich große Lohnspannen (jeweils für das dritte Ausbildungsjahr) gibt es im Einzelhandel, im Hotel- und Gaststättengewerbe und im Bauhauptgewerbe. In letzteren beträgt die tariflich festgelegte Ausbildungsvergütung im Westen 1.410 Euro im Monat, während es im Osten nur 1.130 Euro sind. Im Hotel- und Gaststättengewerbe erhalten Azubis in Mecklenburg-Vorpommern nur 680 Euro, in Bayern hingegen 950 Euro; im Einzelhandel sind es wiederum in Mecklenburg-Vorpommern 790 Euro, in Hamburg und Rheinland-Pfalz aber 995 Euro.

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