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Karl-Otto Apel gestorben

Letztbegründer

Der Philosoph Karl-Otto Apel ist am Montag im Alter von 95 Jahren im Taunus gestorben. Nach der Kriegsgefangenschaft studierte der Sohn eines Düsseldorfer Kaufmanns in Bonn, promovierte dort 1950 über Heidegger und habilitierte sich 1961 in Mainz über »Die Idee der Sprache in der Tradition des Humanismus von Dante bis Vico«. Als Professor in Kiel, Saarbrücken und Frankfurt am Main befasste er sich mit ethischen Grundlagen menschlichen Handelns, die universal gelten sollten. Sein Eintreten gegen modische Paradoxien wie »Du existierst nicht« (an einen Existierenden gerichtet) oder »Ich plädiere für Streit als Ziel der Diskurse« (als Plädoyer auf Einigkeit zielend) brachte ihn in den Ruf eines »Letztbegründers«. In seiner Aufsatzsammlung »Diskurs und Verantwortung« (1990) kritisierte Apel Postmodernisten wie Dekonstruktivisten und warf seinem Weggefährten Jürgen Habermas eine »Verklärung der Lebenswelt« und Banalisierung des Begründungsdenkens vor.(jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 17.05.2017, Seite 11, Feuilleton

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