• Pol & Pott

Aus: Ausgabe vom 29.04.2017, Seite 8 (Beilage) / Wochenendbeilage

Buchteln

Buchteln

Von Ina Bösecke

»Die Märchenbraut« (Tschechoslowakei 1979–1981) von Václav Vorliček gehört zu den Kinderserien, die über die Jahrzehnte absolut nichts von ihrem Charme und ihrer Lustigkeit eingebüßt haben. Der Humor zeichnet sich durch eine gewisse Beiläufigkeit aus, die Figuren sind herrlich unaufgeregt bei der Sache, wodurch der ganze Quatsch erst zur Wirkung kommt.

Die Geschichte ist auch nicht schlecht. Durch ein zufällig gefundenes Glöckchen gerät der Zauberer Rumburak aus der Märchen- in die Menschenwelt und steht dort zunächst Herrn Majer zu Diensten, der damit aber gar nichts anzufangen weiß. Er ist Schauspieler und arbeitet für das Fernsehen als Märchenerzähler. Mittels eines Umhangs nimmt ihn Rumburak in die Parallelwelt mit zum Schießunterricht. Dort erlegt Herr Majer den Wolf von Rotkäppchen. Damit geraten sowohl die Märchenwelt als auch die reale völlig aus den Fugen.

Es gibt eine unüberschaubare Reihe von Verwicklungen, die in dreizehn reizende Folgen gepackt sind. Der König vom Märchenreich schickt erst seine beiden Töchter Arabella und Xenia sowie Vigo, den Hofzauberer, zu den Menschen, später gesellt er sich selbst hinzu. Herr Majer wird eine Zeitlang zum Dackel verwandelt, da er die Märchen falsch im Fernsehen erzählt hat, woran aber wieder Rumburak schuld ist. Majers Sohn Peter und Arabella verlieben sich, verlieren sich aber ständig durch irgendeinen Zauber. Es sind nämlich drei Zauberringe im Umlauf, die permanent die Besitzer wechseln und deshalb sowohl Freude als auch Unheil stiften. Peter gelangt durch eine Dummheit ins Märchenreich und muss mit dabei helfen, es zu modernisieren, was er gar nicht will. Derweil geraten die Märchenleute in der realen Welt nach und nach in die Nervenklinik, weil ihnen keiner glaubt, was sie erzählen. Nur die Kinder kommen mit den Gegensätzen der Parallelwelten klar. Weil es für sie gar keine sind.

Und dazu knabbern wir nicht an den Fingernägeln, sondern an den Buchteln, dem bekanntesten und leckersten böhmischen Gebäck: 20 g Hefe mit einer Prise Zucker in 75 ml Milch auflösen, mit zwei EL Mehl zu einem Vorteig verrühren, 15 Minuten gehen lassen. 125 ml Milch mit drei Eigelb, einer Prise Salz, einem EL Vanillezucker, abgeriebener Schale von einer unbehandelten Zitrone, 80 g Zucker verrühren. Mit 500 g Mehl, dem Vorteig und 80 g Butter zu einem glatten Teig verkneten. An einem warmen Ort abgedeckt eine Stunde gehen lassen. Teig nochmals kneten, zu einer Kugel formen, auf einer bemehlten Fläche zu einem 30 x 30 cm großen Quadrat ausrollen. Teig viermal quer und längs so schneiden, dass 25 kleine Quadrate entstehen. In die Mitte jedes Quadrates einen TL Aprikosenmarmelade (insgesamt 400 g) geben. Teigecken übereinanderschlagen, zusammendrücken. Aufflaufform (ca. 30 x 30 cm) ausbuttern, Boden mit zwei EL gehackten Mandeln bestreuen. Buchteln mit der »Nahtstelle« nach unten dicht nebeneinander in die Form setzen. Etwas Butter zerlassen, Buchteln damit bestreichen. 20 Minuten gehen lassen. Backofen auf 200 Grad vorheizen. Buchteln im Ofen 25 Minuten backen. Aus der Form stürzen, abkühlen lassen.

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