• Pol & Pott

Aus: Ausgabe vom 22.04.2017, Seite 8 (Beilage) / Wochenendbeilage

Schmorbraten

Schmorbraten

Von Ina Bösecke

»Meine Braut, ihr Vater und ich« (USA 2000) ist eine Komödie von Jay Roach. Ben Stiller spielt den Krankenpfleger Greg, der mit seiner Freundin Pam (Teri Polo) für ein Wochenende zu deren Eltern fährt. Er möchte ihr dort einen Heiratsantrag machen. Dafür trägt er einen wertvollen Ring im Gepäck, das aber während des Flugs abhanden kommt. Dies ist erst der Anfang einer Reihe von Katastrophen, die an diesem Wochenende über ihn hereinbrechen.

Das Hauptproblem ist Pams Vater (Robert De Niro). Ein reicher, spießiger und humorloser alter Herr, der seine Tochter über alles liebt, sie gleichwohl wie ein Kind behandelt und den Mann an ihrer Seite beäugt wie ein Raubtier seine erste Mahlzeit am Tag. Und dann ist er auch noch ein ehemaliger CIA-Agent, der die Räume des Hauses mit Kameras überwacht. Grundsätzlich kommandiert er gern herum, am liebsten natürlich die eigene Familie. Schon der schwerreiche und erfolgsverwöhnte Exfreund von Pam hatte es schwer, die Anerkennung dieses Mannes zu gewinnen. Für Greg sieht es geradezu aussichtslos aus.

Zudem lässt er kein Fettnäpfchen aus. Weil sein Koffer verlorengegangen ist, muss er in den HipHop-Klamotten des kleinen Bruders von Pam herumlaufen, was ziemlich merkwürdig aussieht. Beim Sektentkorken trifft er die Urne der Großmutter, beim Wasservolleyball das Gesicht von Pams Schwester. Als die Lieblingskatze der Familie vermisst wird, färbt Greg den Schwanz einer anderen Katze und tut so, als ob er sie gefunden hätte, was selbstverständlich auffliegt.

Die Anspannung zwischen neuen Liebsten und deren Eltern ist ein Thema, das die Menschheit betrifft. Witzig an diesem Film, der leider permanent witzig sein will, ist Gregs Zwiespalt, Pams Vater einerseits gefallen zu wollen, dies gleichzeitig aber als schmieriges Theater zu empfinden. Ein Konflikt, den er nicht offen austrägt, aber wer macht das schon, sondern wütend nachts in die vom Vater heimlich aufgestellten Kameras hineinschreit.

Gegessen wird an diesem Wochenende Schmorbraten: Backofen auf 160 Grad vorheizen. 1,5 kg flache Rinderschulter mit Salz würzen. In einem Bräter zwei EL Öl erhitzen, Fleisch darin rundum zehn Minuten anbraten. Herausnehmen, beiseite stellen. Ein EL Puderzucker, ein EL Tomatenmark im Bratensatz anrösten. Einen halben Liter Rotwein auf zweimal angießen, jeweils einköcheln lassen. Einen Liter Hühnerbrühe, 400 Milliliter Rinderfond und Fleisch dazugeben. Zugedeckt auf der untersten Schiene im Ofen zwei Stunden garen. Nach einer Stunde wenden. 500 g Schalotten schälen, 300 g Knollensellerie putzen, schälen, in 1,5 cm große Würfel schneiden. In einer Pfanne in Öl vier Minuten andünsten. Zum Fleisch geben, salzen, pfeffern, noch eine weitere Stunde garen. Fleisch herausnehmen, warmstellen. Sauce durch ein Sieb gießen. Mit einer angedrückten Knoblauchzehe, acht Wacholderbeeren, einer halben Zimtstange, einem halben TL Pimentkörner, einem Lorbeerblatt fünf Minuten köcheln lassen. Durch ein Sieb gießen, mit in wenig kaltem Wasser angerührten drei TL Speisestärke binden. Fleisch in Scheiben schneiden, mit Gemüse nach Wahl servieren.

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