• Wochenendgespräch

Aus: Ausgabe vom 18.03.2017, Seite 1 (Beilage) / Wochenendbeilage

»Meine Frau musste zurückstecken«

Gespräch. Mit Egon Krenz. Über seine Ehe, Protokollverpflichtungen der Mitglieder des Politbüros und Spannungen zwischen Honecker und Gorbatschow

Interview: Frank Schumann
Erika und Egon Krenz mit ihrem Sohn Carsten auf dem Weg zu Volkskammerwahl am 18. März 1990

Der freundliche Italiener am Markt im mecklenburgischen Ribnitz gibt unfreiwillig Thema und Tonalität unseres Gespräches vor, das zum 80. Geburtstag von Egon Krenz geführt werden soll. Im »Paganini« haben Erika und Egon Krenz Silvester gefeiert. »Wie geht es Ihrer Frau?« erkundigt der Wirt sich teilnahmsvoll, weil er gehört hatte, dass sie im Krankenhaus liegt. »Sie ist am Samstag gestorben«, sagt Krenz und wendet sich ab. Sein Gesicht unter den weißen Haaren wirkt noch eine Spur fahler. »Oh«, sagt der Italiener betroffen und bekundet sein aufrichtiges Beileid.

Wie lange waren Sie verheiratet?

Am 8. April wären es 56 Jahre gewesen. Am 4. März ist Erika aber verstorben. Erst fünf Wochen zuvor war die tödliche Krebsdiagnose gestellt worden.

Wann haben Sie sich kennengelernt?

Ende der 50er Jahre. Ich war 2. Sekretär der FDJ-Kreisleitung auf der Insel Rügen, sie ehrenamtlicher FDJ-Sekretär am Lehrerbildungsinstitut in Putbus. Dort hatte ich von 1953 bis 1957 auch studiert. Erika war bildhübsch und hochintelligent, weshalb ich immer gern nach Putbus zur Anleitung fuhr. Dann brach sie sich bei den 1959 aus der Taufe gehobenen Rügenfestspielen in Ralswiek ein Bein. Das waren Aufführungen mit bis zu 2.000 Mitwirkenden, davon die meisten Laiendarsteller, selbst die Volksmarine war dabei und ließ Störtebeker auferstehen. Bei einer dieser Massenszenen stürzte Erika. Und ich besuchte sie fortan im Kreiskrankenhaus in Bergen.

Womit sich der fromme Wunsch »Hals- und Beinbruch« erfüllte.

Ja, kann man so sagen. Das war wirklich unser großes Glück. Sie konnte die für sie vorgesehene Lehrerstelle bei Potsdam nicht antreten. Ich wurde noch in jenem Jahr 1. Sekretär der FDJ-Bezirksleitung Rostock, und wir heirateten.

Einfach so?

Natürlich nicht »einfach so«. Ich war inzwischen Mitglied der SED-Bezirksleitung und ging zu Karl Mewis, dem 1. Sekretär der SED-Bezirksleitung, und erklärte ihm meine Absicht. Das tat ich auch weil ich ihn als politischen Ziehvater sehr schätzte. Mewis war schon vor 1933 KPD-Funktionär, hatte in Spanien in den Internationalen Brigaden gekämpft, bildete in Schweden mit Herbert Wehner die Auslandsleitung der Partei – ein geradliniger, entschlossener Typ, ein Charakterkopf. Ich ging also zu ihm, sagte: »Karl, ich will heiraten.« Wunderbar, entgegnete er, da haben wir einen Grund zum Feiern. Es gebe da ein Problem, schob ich nach, Erikas Vater sei in der NSDAP gewesen. Seine Antwort: »Ich denke, du willst sie heiraten und nicht deinen Schwiegervater.«

Tolle Reaktion.

Ich hätte noch ein weiteres Problem, offenbarte ich: »Die Geschwister meiner künftigen Schwiegermutter leben in Amerika.« Karl Mewis schaute mich erstaunt an: »Na und? Walter Ulbricht hat sogar eine Tochter in Paris.«

Glück gehabt. Andere Vorgesetzte – sowohl in Ost und West – reagierten unter den Bedingungen des Kalten Krieges weitaus weniger souverän, weil Verbindungen verboten waren.

Genau. Als ich 1956 beispielsweise meiner in Westerland auf Sylt lebenden Halbschwester Maria von der Eishockey-Weltmeisterschaft aus Moskau eine Ansichtskarte schickte, verlor ihr Mann dadurch fast seine Arbeit. Sie brach darum jeden Kontakt mit mir ab. Nicht ich mit ihr.

Natürlich haben Sie Recht: Damals hing bei uns vieles davon ab, an welche Leute man geriet, wie sehr ihr Herz schlug für die Sache, die sie vertraten. Das gilt wohl überall auf der Welt. Wenn Karl Mewis mir allerdings gesagt hätte, dass ich unter diesen Umständen mir eine andere Frau suchen sollte, wäre meine Antwort gewesen: Dann kann ich auch nicht mehr 1. Sekretär der FDJ-Bezirksleitung sein. Ich hätte Erika auf jeden Fall geheiratet.

Mit Verweis auf Karl Mewis deuteten Sie an, dass er eine Vaterfigur für Sie gewesen ist.

Nein, Vaterfigur trifft es nicht. Ich achtete Mewis wegen seiner Biografie.

Gut. Ich will darauf hinaus, dass in keinem Text ein Vater von Ihnen auftaucht.

Ich bin vaterlos aufgewachsen, das stimmt. Um das zu erklären, muss ich etwas ausholen. Meine Mutter hatte in ihrem Leben mehr Enttäuschungen als Freude gehabt. Für andere da zu sein, war ihr wichtiger als an sich zu denken. Geboren 1893 in dem kleinen Dorf Strahlenberg, Kreis Deutsch Krone, im damaligen Westpreußen gelegen, heute Polen, musste sie schon mit vierzehn Jahren als Dienstmagd zum Lebensunterhalt der Familie beitragen. Mit 17 Jahren kam sie »in Stellung«. Das bedeutete, sie besorgte den sogenannten besseren Leuten den Haushalt. Dies hunderte Kilometer von ihrem westpreußischen Elternhaus entfernt, im mecklenburgischen Graal Müritz an der Ostsee. 1914, mit 21 Jahren, heiratete sie den Melker Johann Krenz. Er stand in den Diensten des Gutsherrn von Pütnitz, einem kleinen vorpommerschen Gut in der Nähe von Damgarten. Der gab den Jungvermählten in einem seiner Dörfer eine Stelle als Schweizer, was ein anderer Name für Melker war. Schon wenige Wochen später begann der Krieg, Johann Krenz zog für »Kaiser, Gott und Vaterland« ins Feld. Als meine Schwester Maria zur Welt kam, war ihr Vater bereits zwei Monate tot.

Auf den Gutsbesitzer machte dies keinen Eindruck. Die Kriegerwitwe mit Kleinstkind war keine vollwertige Arbeitskraft mehr und musste ihre Wohnung räumen. Unterkunft fand sie in einem kleinen, ungeheizten nassen Zimmer unter dem Dach einer ausgedienten Glashütte am Rande von Damgarten. Dort erreichte sie der Hilferuf ihres Stiefvaters aus dem hinterpommerschen Dorf Lassehne, unweit von Kolberg. Dem war seine zweite Frau – die Mutter meiner Mutter – gestorben. Er stand mit sieben kleinen Kindern allein da. Meine Mutter zog also mit Tochter Maria von Vorpommern nach Hinterpommern. Den Kindern wurde sie Mutter, ihrem Stiefvater Haushälterin und dem Gutsbesitzer billige Arbeitskraft. Nachdem sie ihre Geschwister großgezogen hatte, zog sie mit Maria und ihrem kranken Vater ins nahegelegene Ostseebad Kolberg. Inzwischen war sie 36 und Tochter Maria 15 Jahre alt. In dieses Milieu hinein wurde ich am Freitag, dem 19. März 1937, geboren. Mein Vater – der Bruder ihres ersten, im Ersten Weltkrieg gefallenen Mannes, also auch ein Krenz – wurde ebenfalls eingezogen und kam nicht aus dem Zweiten Weltkrieg wieder.

Ich vermute, dass das Ihr Leben wie auch Ihre Haltung zum Krieg geprägt hat.

Aber sicher. Meine Mutter war zwar ziemlich unpolitisch, aber diese Erfahrung, beide Männer in den beiden Weltkriegen verloren zu haben, zeitigte durchaus Folgen. Sie erlebte in Ribnitz die Bodenreform, gegen die sie Vorbehalte hatte. Aber sie empfand Genugtuung darüber, dass jener Gutsbesitzer, der sie 1914 vom Hof gejagt hatte, nun selber davongejagt und enteignet wurde.

Wieso waren Sie und Ihre Mutter überhaupt wieder in Ribnitz?

Wir verließen Kolberg beim Herannahen der Front.

Sie haben Ihren Vater nie kennengelernt. Haben Sie ihn vermisst?

Da ich nie eine Familie erlebt habe, also nicht mit einem Vater aufgewachsen bin, empfand ich dies nicht als Defizit. Man kann nur vermissen, was man kennt. Insofern hat er mir nicht gefehlt.

War das für Sie tröstlich, weil Sie deshalb nicht wie Ihre spätere Frau Nachteile hatten?

Sie meinen, weil Erika wegen ihres Vaters nicht die Oberschule besuchen und Abitur machen durfte? Das sind, meine ich, zwei völlig verschiedene Vorgänge. Erika wollte ursprünglich Medizin studieren, was ohne Abitur schlecht ging. Sie machte es schließlich an der Arbeiter- und Bauernfakultät in Greifswald, nachdem sie eine Lehre als Verkäuferin abgeschlossen hatte, und entschied sich dann für ein Lehrerstudium. Das war kürzer als ein Medizinstudium. Da dachte sie ganz pragmatisch. Sie arbeitete als Pädagogin und wurde, wie Zehntausende andere DDR-Lehrer, 1991 gekündigt. Nicht aus fachlichen Gründen. Da war sie immer auf dem neuesten Stand. Sie sei, als Ehefrau von Egon Krenz, eine »Reformgegnerin« gewesen, hieß es.

Niemand konnte ihr später einen Vorwurf machen, sie sei ja nur pro forma beschäftigt gewesen. Was ich mir vorwerfe, ist die Tatsache, dass Erika – wie so viele Frauen in der DDR – zurückstecken musste, weil ich ihr zuviel zumutete. Wir haben zwei Söhne, deren Erziehung lastete oft allein auf ihren Schultern.

Ich ahne, was Sie damit sagen wollen.

Sie hatte das intellektuelle Potential, um in der Wissenschaft zu bestehen. Sie hätte Schulrätin werden, vielleicht sogar im Lehrerbildungsinstitut in Berlin-Köpenick, wo sie später tätig war, Karriere machen können. Den Begriff kannten wir in der DDR nicht, ich weiß. Damit soll nur gesagt sein, dass dies alles ausfiel, weil sie mit mir verheiratet war.

War das nicht paradox, dass in den sozialistischen Ländern, auch eben bei uns in der DDR, die wir doch die Gleichberechtigung auf die Fahnen und in die Gesetze geschrieben hatten, die Frauen von Funktionären allenfalls schmückendes Beiwerk bei Staatsbesuchen und auf Parteitagen waren. Sie spielten in der Öffentlichkeit kaum eine Rolle, sie mussten, wie Sie selbst sagten, zurückstecken.

Erika hat immer versucht, sich von solchen Sachen fernzuhalten, weil sie gearbeitet hat. Als ich beispielsweise Mitte der 60er für dreieinhalb Jahre zum Studium nach Moskau ging, hätte sie ein-, zweimal im Jahr auf Besuch kommen können, doch die Besuchszeiten an der Parteihochschule und die Ferien in der DDR waren nicht aufeinander abgestimmt. Aus Pflichtgefühl stand sie vor der Klasse und unterrichtete, statt Sonderurlaub zu beantragen.

Was meinen Sie mit der Bemerkung, sie habe sich »von solchen Sachen« ferngehalten?

Sie legte keinen Wert darauf, als Frau eines Politbüromitgliedes ins Protokoll eingebunden zu werden. Nur einmal tat sie es unfreiwillig, und dann nie wieder. 1986 kam Gorbatschow zum XI. Parteitag der SED in die DDR. Er kam mit seiner Frau, und Honecker sagte zu mir: »Deine Frau soll Raissa begleiten.« »Nicht Margot?« fragte ich naiv zurück. »Nein, sie ist Ministerin. Das ist nicht ihre Ebene.« Klare Ansage. Darauf ich: »Erich, darüber muss ich erst mit Erika reden, ich glaube nicht, dass sie begeistert sein wird.« Es bedurfte einiger Überzeugungsarbeit, damit sie einlenkte.

Womit haben Sie sie überzeugt?

Die Zeit ist noch nicht reif, um darüber öffentlich zu reden. Vielleicht später einmal in meinen Memoiren.

Woher rührten die Spannungen Honeckers mit Gorbatschow? Nur weil er ihm und seiner Politik misstraute?

Also vorab: Ich denke, dass Honecker mit seiner frühzeitigen Einschätzung, dass es mit Gorbatschow nichts werden würde, grundsätzlich richtig lag. Seine Auffassung speiste sich aus langjährigen Klassenkampferfahrungen. Honeckers Fehler bestand darin, nicht prinzipiell darüber mit Gorbatschow zu sprechen. Er war eben ein recht widersprüchlicher Mensch. Zudem hatte er auch persönliche Vorbehalte gegenüber Gorbatschow.

Welcher Art?

Der Konflikt zwischen Honecker und Gorbatschow begann im Sommer 1984, lange bevor dieser Generalsekretär geworden war. Der Dissens hatte primär nichts mit »Perestroika« und »Glasnost« zu tun, sondern rührte aus den unterschiedlichen Auffassungen über die Dialogpolitik der DDR. Der kranke Tschernenko war extra von der Kur auf der Krim nach Moskau zu diesem Treffen mit Honecker, Axen, Hager und Mielke geholt worden. Er warf dem Staats- und Parteichef der DDR persönlich vor, dass dieser die abgestimmte Politik der Warschauer Vertragsstaaten verlassen habe.

Das war der schlimmste Vorwurf, den man einem Bündnispartner überhaupt machen konnte. Von Gorbatschow, der ihn vom Flugplatz abgeholt hatte, erhoffte sich Honecker Unterstützung. Er wurde bitter enttäuscht. Gorbatschow forderte die DDR zum Einlenken auf, »damit keine Risse entstehen, denn solche sucht der Gegner«. Selbst der italienische Botschafter in Washington, so Gorbatschow, habe aus seinen Gesprächen im State Departement die Schlussfolgerung abgeleitet, dass die »Politik der Differenzierung« Ergebnisse zeige, Honeckers geplanter Besuch in der BRD sei Indiz dafür, dass sich »neue Prozesse« in Osteuropa vollzögen. Er belehrte Honecker geradezu und verwies auf BRD-Politiker, die in der Bild erklärt hätten, dass »Berlin die Hauptstadt Deutschlands sei«. Und solchen Revanchisten wolle er, Honecker, die Hand geben? Auch Kohls Regierungssprecher Bönisch habe erklärt, die deutsche Frage sei offen.

Honecker geriet in Rage schon wegen der Quelle. Offenkundig machte man in Moskau ein deutsches Boulevardblatt zur Entscheidungsgrundlage für seinen Staatsbesuch in der Bundesrepublik? Dieses Treffen im Sommer 1984 hinterließ tiefe Wunden.

Aber, und das muss ich auch sagen, Honecker bemühte sich in den ersten Monaten nach der Inthronisation von Gorbatschow um eine Verbesserung ihres Verhältnisses.

Gorbatschow ist 1985 zum Generalsekretär gewählt worden.

Nach unserer Ankunft in Moskau zu Tschernenkos Beerdigung informierte uns Gromyko, dass er Gorbatschow vorgeschlagen habe. Gromyko war eine in der DDR-Führung geschätzte, integre Persönlichkeit. Der hatte schon in Potsdam 1945 am Verhandlungstisch mit den Großen drei gesessen und war seit 1957 Außenminister der UdSSR. Dem Politbüro gehörte er seit 1973 an. Deshalb meinten alle, Honecker eingeschlossen, dass man sich auf Gromykos Urteil verlassen könne.

Kaum hatten wir unser Quartier bezogen, rief Gorbatschow an. Ich nahm das Gespräch auf der Hochfrequenzleitung (Mit diesem Telefonnetz erfolgte die gedeckte, abhörsichere Kommunikation in den sozialistischen Staaten, jW) für Honecker an, um zu dolmetschen. »Erich, ich begrüße dich. Ich bin heute früh zum Generalsekretär gewählt worden. Ansonsten gibt es nichts Neues. Wir brauchen unsere Linie nicht zu ändern. Wenn morgen das Händeschütteln vorbei ist, müssen wir uns zusammensetzen, denn die wichtigste Frage, die derzeit ansteht, ist die Verlängerung des Warschauer Vertrages.« – Gorbatschow war lockerer als alle Vorgänger, die ich kannte, was ich als angenehm empfand.

War die Verlängerung wirklich die wichtigste Frage?

Die Entscheidung stand jedenfalls nach 30 Jahren an. Honecker hatte mich im Februar in geheimer Mission nach Bukarest geschickt, um Ceausescu für eine Verlängerung um 25 Jahre zu gewinnen, die dieser ablehnte. »Genosse Krenz, Sie sind doch noch so jung – warum wollen Sie, dass Ihre Zukunft festgelegt wird? Es reicht doch, wenn wir um fünf Jahre verlängern.« So äußerte er sich auch auf dieser ersten Beratung mit Gorbatschow in Moskau. Dieser überging den Einwand mit der Bemerkung, dass wir auf den Genossen Ceausescu nicht Rücksicht nehmen sollten. Wir verlängerten also um 20 Jahre. Mitte Mai stimmte auch die rumänische Führung der Verlängerung zu, nachdem die Bündnispartner eine stärkere ökonomische Unterstützung Rumäniens in Aussicht gestellt hatten. Die DDR beispielsweise wollte ihr Handelsvolumen, das 1984 bei einer Milliarde Rubel lag, von 1985 bis 1990 auf sieben Milliarden erhöhen.

Wann bekommen wir endlich Ihre Memoiren zu lesen?

Für Memoiren fühle ich mich noch zu jung. Aber im Ernst: Ich muss jetzt, nach Erikas Tod, erst zu mir selbst kommen, das braucht seine Zeit. Ich muss mein Leben neu ordnen und organisieren. Das heißt nicht, dass ich mich zurückziehen werde. Ende des Monats zum Beispiel halte ich einen Vortrag in Minsk, ähnlich der Vorlesung im Oktober, als ich an der Staatlichen Universität in St. Petersburg mehr als 300 Studenten Auskunft über das Ende der DDR gab. Zwei Stunden auf Russisch.

Bleibt Ihr Lebensmittelpunkt hier oben an der Küste?

Ja. Das bin ich auch Erika schuldig und dem Kfz-Kennzeichen, das sie vor Jahren besorgt hat: NVP – EK 461. Die Initialen stehen für Erika oder/und Egon Krenz, und die Ziffer für unseren Hochzeitstag im April 1961. Das gebe ich doch nicht ab.

Egon Krenz, geboren am 19. März 1937, war Vorsitzender der Pionierorganisation (1971–1974) und der FDJ (1974–1983). Danach gehörte er als Sekretär für Sicherheitsfragen, Jugend, Sport, Staats- und Rechtsfragen des Zentralkomitees der SED dem Politbüro an. In der Nachfolge Erich Honeckers wurde er im Oktober 1989 Generalsekretär des ZK der SED, Staatsratsvorsitzender und Chef des Nationalen Verteidigungsrates

Egon Krenz, Heinz-Rudolf Kunze: »Ich will hier nicht das letzte Wort«, Verlag Neues Leben, Berlin 2016, 160 Seiten, 12,99 Euro

Unter anderem erhältlich über www.jungewelt-shop.de

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