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15.04.2013
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Chemiewaffenbericht »mehr als dubios«
Britische Militärexperten sollen in Syrien heimlich Bodenproben genommen haben. Das berichtete jedenfalls am Samstag die britische Tageszeitung Times. Sie seien angeblich in der Nähe von Damaskus entnommen worden und wiesen auf den Einsatz von chemischen Waffen hin. Man könne aber nicht sagen, ob die Waffen von der syrischen Armee oder von Rebellen benutzt worden seien.
Der stellvertretende Linke-Vorsitzende und ehemalige UN-Waffeninspektor Jan van Aken sprach von einer »ganz, ganz dummen Aktion der Briten«. Auf Zypern sei eine UN-Inspektorenmission einsatzbereit, »sie allein habe die Glaubwürdigkeit und Legitimität, solche schweren Vorwürfe zu ermitteln«, hieß es in einer am Sonntag verbreiteten Erklärung. Die britische Aktion sei geeignet, »die Gewaltspirale in Syrien noch weiter anzuheizen und eine internationale Militäraktion zu provozieren«, die Faktenlage sei »mehr als dubios«. So sei unklar, woher die Bodenprobe stamme und ob »sicher ausgeschlossen werden kann, daß sie manipuliert wurde«. Nach den Erfahrungen des Irak-Krieges 2003 sei die Glaubwürdigkeit der Briten in solchen Fragen »eher sehr gering«, so der Linke-Politiker weiter. Damals hatte die Regierung von Anthony Blair behauptet, Irak besitze die Fähigkeit, innerhalb von 45 Minuten Biowaffen einzusetzen. Das war allerdings frei erfunden.
Vier im türkisch-syrischen Grenzgebiet entführte italienische Journalisten sind derweil wieder frei. Das teilte der amtierende italienische Ministerpräsident Mario Monti am Samstag mit. Einzelheiten zu der Freilassung, die offenbar vom italienischen Auslandsgeheimdienst vermittelt worden war, wurden nicht bekannt. Die vier Journalisten waren am 4. April in der Region Idlib verschleppt worden. Einer der Journalisten gab an, sie seien von einer bewaffneten Islamistengruppe verschleppt worden, die nicht der »Freien Syrischen Armee« angehöre. Das Filmteam habe es versäumt, bei allen in dem Gebiet aktiven bewaffneten Gruppen um Erlaubnis für die Dreharbeiten zu bitten. Die Region ist eine Hochburg der mit Al-Qaida verbundenen Al-Nusra-Front. (kl)
Der stellvertretende Linke-Vorsitzende und ehemalige UN-Waffeninspektor Jan van Aken sprach von einer »ganz, ganz dummen Aktion der Briten«. Auf Zypern sei eine UN-Inspektorenmission einsatzbereit, »sie allein habe die Glaubwürdigkeit und Legitimität, solche schweren Vorwürfe zu ermitteln«, hieß es in einer am Sonntag verbreiteten Erklärung. Die britische Aktion sei geeignet, »die Gewaltspirale in Syrien noch weiter anzuheizen und eine internationale Militäraktion zu provozieren«, die Faktenlage sei »mehr als dubios«. So sei unklar, woher die Bodenprobe stamme und ob »sicher ausgeschlossen werden kann, daß sie manipuliert wurde«. Nach den Erfahrungen des Irak-Krieges 2003 sei die Glaubwürdigkeit der Briten in solchen Fragen »eher sehr gering«, so der Linke-Politiker weiter. Damals hatte die Regierung von Anthony Blair behauptet, Irak besitze die Fähigkeit, innerhalb von 45 Minuten Biowaffen einzusetzen. Das war allerdings frei erfunden.
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Vier im türkisch-syrischen Grenzgebiet entführte italienische Journalisten sind derweil wieder frei. Das teilte der amtierende italienische Ministerpräsident Mario Monti am Samstag mit. Einzelheiten zu der Freilassung, die offenbar vom italienischen Auslandsgeheimdienst vermittelt worden war, wurden nicht bekannt. Die vier Journalisten waren am 4. April in der Region Idlib verschleppt worden. Einer der Journalisten gab an, sie seien von einer bewaffneten Islamistengruppe verschleppt worden, die nicht der »Freien Syrischen Armee« angehöre. Das Filmteam habe es versäumt, bei allen in dem Gebiet aktiven bewaffneten Gruppen um Erlaubnis für die Dreharbeiten zu bitten. Die Region ist eine Hochburg der mit Al-Qaida verbundenen Al-Nusra-Front. (kl)
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