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Jörg Gülden tot

Wie erst jetzt bekannt wurde, starb der Musikjournalist Jörg Gülden am Freitag in Hamburg im Alter von 64 Jahren. Der gebürtige Paderborner war in den siebziger Jahren Redakteur der kleinen, aber einflußreichen Musikzeitschrift Sounds, einer Art Prä-Spex im Spät-Hippie-Modus mit einer zum Schluß starken Affinität sowohl zur mehr oder weniger neomarxistischen Poprevolution als auch zur Punkbewegung. Aus der Redaktion rekrutierte sich auch die Amateurband The Flying Klassenfeind. Man wollte die »Popgeschichte von 1955–heute verfremden«.

1996 hob Gülden zusammen mit Bernd Gockel und dem Konzertveranstalter Werner Kuhls die deutsche Ausgabe des Rolling Stone aus der Taufe. Als der Rolling Stone 2002 an den Springer-Konzern ging und damit seinen ursprünglich eingeschlagenen gemäßigt linken Kurs verließ, verließ Gülden die Redaktion und arbeitete als freier Autor und Übersetzer. Ende der siebziger Jahre hatte er sich große Verdienste erworben, als er gemeinsam mit Klaus Humann im Rowohlt Verlag die Buch-Reihe »Rock Session« startete – die erste ernstzunehmende Form des Schreibens über Pop in der BRD. Das Erscheinen seines neues Buches »Woodstock – Wunder oder Waterloo« im Hannibal Verlag hat Gülden nicht mehr erlebt. Es soll in wenigen Tagen auf den Markt kommen. (jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 15.05.2009, Seite 13, Feuilleton

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