Aus: Ausgabe vom 26.01.2017, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Äpfel und Birnen

Studie der Otto-Brenner-Stiftung

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In dem Sender ist Musike drin, Volksmusike

In den Nullerjahren sprach man manchmal davon, dass etwas »nicht vergnügungssteuerpflichtig« wäre. Der Hessische Rundfunk und der Bayrische Rundfunk gehen in die andere Richtung, glaubt man dem Ergebnis einer Studie der Otto-Brenner-Stiftung der IG Metall. Ein Team um den Berliner Publizistik-Professor Joachim Trebbe hat das Programm beider »Dritten« untersucht und festgestellt: »Der BR und auch der HR erzielen die mit Abstand niedrigsten Quoten für informierende Programminhalte und setzen vermehrt auf fiktionale Unterhaltung.« Der BR widme demnach an »einem durchschnittlichen Programmtag« nur 45 Prozent der Sendezeit Nachrichten und Magazinen und falle damit als einziger deutscher Sender unter die 50-Prozent-Marke. Der BR findet das nicht amüsant: Das Trebbe-Team vergleiche »Äpfel mit Birnen«, kritisierte der Leiter des Programmbereichs BR-Fernsehen, Andreas Bönte, am Mittwoch. Die Studie hätte das Programm »nach selbst definierten Genres« ausgewertet. Im BR ist also noch Musike drin, Volksmusike natürlich. (jW)

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