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26.11.2016, 07:29:32 / Titel

Hasta Siempre, Comandante!

Kubas früherer Präsident Fidel Castro im Alter von 90 Jahren in Havanna verstorben

Fidel Castro am 1. Mai 2006 auf der Plaza de la Revolución in Ha
Fidel Castro am 1. Mai 2006 auf der Plaza de la Revolución in Havanna

Der Comandante en Jefe der Kubanischen Revolution, Fidel Castro, ist am Freitag (Ortszeit) im Alter von 90 Jahren in Havanna verstorben. Über die traurige Nachricht informierte Kubas Präsident Raúl Castro in einer über alle Fernsehsender des Landes ausgestrahlten Ansprache.

Wörtlich sagte Raúl Castro:

»Liebes Volk von Kuba,

mit tiefem Schmerz spreche ich zu Ihnen, um unser Volk und die Völker der Welt darüber zu informieren, dass heute, am 25. November um 22.29 Uhr, der Comandante en Jefe der Kubanischen Revolution, Fidel Castro, verstorben ist. In Erfüllung des ausdrücklichen Willens des Genossen Fidel werden seine Reste eingeäschert. In den Morgenstunden des morgigen Samstag, 26. November, wird die für die Bestattung gebildete Organisationskommission unserem Volk detaillierte Informationen über die Organisation der posthumen Ehrung des Gründers der Kubanischen Revolution übermitteln. ¡Hasta la victoria siempre!«

Der Staatsrat der Republik Kuba ordnete neuntägige Staatstrauer an. In dieser Zeit wird auf alle öffentlichen Festivitäten verzichtet, die Fahne Kubas wird auf Halbmast gesetzt, Radio und Fernsehen übertragen nur noch Informationsprogramme.

In der Onlineausgabe der Tageszeitung Granma veröffentlichte das Organisationskomitee die Details der geplanten Trauerfeierlichkeiten. Demnach hat die Bevölkerung am Montag und Dienstag die Gelegenheit, im José-Martí-Memorial an der Plaza de la Revolución in Havanna Abschied von Fidel zu nehmen. Auch in allen anderen Ortschaften des Landes sollen die Kubaner an dazu eingerichteten Plätzen ihre Treue zur Revolution bekunden können. Für Dienstag um 19 Uhr Ortszeit ist eine Großkundgebung auf der Plaza de la Revolución geplant.

Ab dem folgenden Tag wird die Asche des Verstorbenen auf der Route der »Karawane der Freiheit« – dem Weg, auf dem die Kolonne Fidels im Januar 1959 nach Havanna marschierte – nach Santiago de Cuba überführt, wo der Trauerzug am 3. Dezember eintreffen soll. An diesem Samstag um 19 Uhr Ortszeit findet dort auf der Plaza Antonio Maceo eine weitere Massenkundgebung statt. Die Beisetzungszeremonie findet am 4. Dezember um 7 Uhr Ortszeit auf dem Santa-Ifigenia-Friedhof von Santiago de Cuba statt.

Zudem wurde mitgeteilt, dass die eigentlich in dieser Woche geplante Militärparade zum 60. Jahrestag der Landung der »Granma« auf den 2. Januar 2017 verschoben wurde. (PL/Sputnik/jW)

junge Welt veröffentlicht in der Montagausgabe einen ausführlichen Nachruf auf den großen Revolutionär und Staatsmann.

»Der Name dieses hervorragenden Politikers gilt zu Recht als Symbol einer Epoche in der jüngsten Zeitgeschichte. Das von ihm und seinen Mitstreitern aufgebaute freie und unabhängige Kuba ist zu einem einflussreichen Mitglied der internationalen Gesellschaft geworden, das viele Länder und Völker begeistert.« (Wladimir Putin, Präsident Russlands)

»Nun ist es an uns und vor allem an der Jugend, das Beispiel Fidels zu entdecken und wiederzuentdecken; das Beispiel eines ewig jungen, ewig träumenden, ewigen Rebellen, der sich keine Minute der Ruhe gönnte.

Dem Volk von Kuba gilt unsere Verpflichtung, all unsere Liebe und all unsere Hingabe. Wir sind Brudervölker, wir haben an der Hand von Fidel und Chávez den Weg wiedergefunden, und von diesem Weg werden wir niemals wieder abkommen. Wir können feststellen: Die Geschichte hat sie freigesprochen. Aber wir können auch sagen: Comandante Fidel, Mission erfüllt!« (Nicolás Maduro, Präsident Venezuelas)

»Nur wenige Präsidenten können von sich sagen, dass sie die Geschicke ihres Volkes so positiv beeinflusst haben wie Fidel Castro. Kuba ist heute ein Land frei von Analphabetismus, ein Land mit maximal möglicher gesellschaftlicher Gleichheit, mit politischer Partizipation auf allen Ebenen. Fidel Castro und das kubanische Volk haben der Welt gezeigt, dass es möglich und nötig ist, einen anderen Weg als den der kapitalistischen Gesellschaft des inneren und äußeren Krieges zu gehen: einen Weg der Solidarität und des Ausgleichs, in der alle das Recht und die Möglichkeit der gesellschaftlichen Teilhabe an Bildung, Gesundheit und Mitbestimmung haben.« (Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba e.V.)

»Lieber Fidel, wenn Du uns jetzt sehen könntest, in tiefer Trauer, schweigsam und mit Tränen in den Augen, Du würdest sicher schimpfen und uns kritisieren, weil wir in dieser schweren Stunde den Kampf für eine bessere Welt für eine Augenblick unterbrochen haben. Bitte gib uns diesen Tag des Abschieds, des Gedenkens, gib uns die Zeit, um Rückschau zu halten, was das sozialistische Kuba seit der Revolution erreicht hat, wie es unter Deiner Führung zu einem Beispiel, zu einer Inspiration für all jene geworden ist, die um Unabhängigkeit, Frieden und soziale Gerechtigkeit kämpfen.

Am heutigen Tage werden wir innehalten – aber wir versprechen Dir, unsere Solidaritätsarbeit für das sozialistische Kuba und den Kampf für eine bessere Welt in Deinem Sinne fortzusetzen.« (AG Cuba Sí)

»Die Veteranen des antifaschistischen Kampfes haben schon seit der Kubanischen Revolution die Entwicklung des Landes und die Politik von Fidel Castro mit großem Interesse und mit Solidarität verfolgt. Mehrfach haben die FIR und die Mitgliedsverbände sich gegen die amerikanische Blockadepolitik und später für die Freilassung der ›Cuban Five‹ engagiert. Fidel Castro war in dieser Auseinandersetzung der Vertreter des legitimen Kubas, der die Interessen des eigenen Volkes, aber auch die der Völker, die für antikoloniale Unabhängigkeit kämpften, vertrat. « (Internationale Föderation der Widerstandskämpfer – Bund der Antifaschisten)

»Im Namen von 92 Millionen Mitglieder des Weltgewerkschaftsbundes möchte ich dem kubanischen Volk, der CTC (kubanischer Gewerkschaftsbund; jW), dem Staat und der Partei, der Führung des sozialistischen Kuba, von ganzem Herzen unser tiefstes Beileid zum Tod des Comandante Fidel aussprechen. Er war eine Führungspersönlichkeit, die zusammen mit Che und zusammen mit all seinen Genossen die Imperialisten und ihre Instrumente bekämpft und besiegt hat.« (George Mawrikos, Generalsekretär des Weltgewerkschaftsbundes)

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