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Unter fremder Flagge

Antikommunismus tarnt sich oft mit wohltönenden Losungen. Aufklärung darüber ist im Rechtsstaat nicht unbedingt erwünscht und kann teuer werden

Foto: Peter Bandermann
jW-Leser zeigen Flagge (Proteste gegen den nationalen »Antikriegstag« in Dortmund)
Als Marx einmal nach dem letztendlichen Ziel kommunistischer Politik befragt wurde, nannte er die Versöhnung des Menschen mit sich selbst und mit der Natur. Folgt man dieser knappen Definition, so liegt es nahe, daß man als wirklicher Sozialist, bürgerlicher Humanist, aufrechter Demokrat oder konsequenter Umweltschützer nicht gerade Kommunist zu sein braucht, aber eins eigentlich auf keinen Fall sein kann: Antikommunist. Die Grundtorheit unserer Epoche (Thomas Mann) erscheint deshalb gern in anderem Gewand und manchmal auch in der jW-Ladengalerie. Kämpfer für die Menschenrechte in der inzwischen nicht mehr existierenden DDR reklamieren in einem Ausmaß, das proportional zum Fortschreiten der aktuellen Systemkrise zunimmt, z. T. frei erfundene SED- und Stasiuntaten. jW-Berichterstattung und -veranstaltungen der letzten Wochen dokumentieren das recht gut. Da nimmt es nicht wunder, wenn Be- und Getroffene sich nicht mit Argumenten befassen, sondern an Details hochziehen und z. B. unter anwaltlicher Beihilfe von uns kostenpflichtig verlangen, nicht mehr zu verbreiten, man hätte zur Störung einer Diskussion aufgefordert. Neben Geld kostet die Auseinandersetzung damit vor allem Zeit, die in unserem kleinen Kollektiv immer knapp ist. Da wir in Zukunft mit einer weiteren Zunahme vergleichbarer Vorfälle rechnen müssen, bitten wir Sie um Unterstützung durch Spenden für unseren Prozeßkostenfonds.

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Erschienen in der Ausgabe vom 08.09.2012, Seite 16, Aktion

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