AboVor 120 Jahren führte die Veröffentlichung des Romans »The Jungle« von Upton Sinclair über den kapitalistischen Schlachthausbetrieb zur Regulierung der US-amerikanischen Fleischindustrie. Eine Spurensuche.
Vor zwanzig Jahren starb Robert Gernhardt. Er malte, zeichnete und dichtete. Vor allem aber machte er Komik. Dem Genre, worin er sich zeitlebens bewegt, gab er einen Namen: Lichte Gedichte.
Dieses laute, aber immer auch lautmalerische, geheimnisvoll treibende und ziemlich flippige Rockjazz-Zeug – wer hat’s erfunden? Die Jungs von OM natürlich, der Band aus Luzern in der Zentralschweiz.
AboWir müssen uns alle immer öfter fragen lassen: Was hast du aus deinem Leben gemacht? Du hast zehn Jahre an eine Sache verschwendet, die zu keinem greifbaren Ergebnis geführt hat? Du hast keine Kinder? Du bist nicht mal berühmt?
Der Rundfunkreformkrebs frisst sich durch die ARD. Während der WDR das einzige Migrantenradio der Republik abschalten will, vergreift sich der Mitteldeutsche Rundfunk an der Klassischen Musik.
Die starken Teams hatten es in den aufgeblähten und also weniger leistungsdichten Gruppen leichter. Nicht eine Topmannschaft scheiterte folglich an der Gruppenphase. Bleibt die Hoffnung auf die paar kleinen gallischen Dörfer, die es in die K.-o.-Phase geschafft haben.
Gewürdigt wurden beim diesjährigen Bachmannpreis-Wettlesen vor allem Irritationsmomente: Unterbrechungen, Leerstellen – und damit auch Möglichkeitsräume. In der Diskussion fiel das Schlüsselwort: »Erzählökonomie« (Tingler).
Prima, dass rechtzeitig zur Fußball-WM das erkenntnisstiftende Büchlein »Der Ball zappelt im Netz« von Christian Futscher alias Futschino erschien. Dessen Untertitel lautet: »Aufzeichnungen eines Fußballnarren«.
Von leichtem Wellengang bewegt, wiegen sich Eisschollen am Ufer einer kleinen Felseninsel im finnischen Schärenmeer. Kurz berühren sie sich, stoßen sich voneinander ab, als würde die Zeit stillstehen und ihr schaukelnder Kräfteausgleich ewig so weitergehen.
Zum Irrewerden ist indessen, was einem in den schlaflosen Spätabendstunden und Nächten um und in die Ohren fliegt. Tom Bartels (ARD) verweilt einen Augenblick »bei dem sogenannten Match-Momentum« und hat keinen Schimmer, was er damit meint.
Dieses Jahr saß noch keine Kröte auf der Kellertreppe. Kröten sind graubraun, dick, stumm und behäbig, also leicht von den grünen, schlanken, krakeelenden und sprungfreudigen Fröschen zu unterscheiden.
Sein erster Film blieb nicht sein schlechtester. »The Producers« (in Deutschland »Frühling für Hitler«) kam 1968 in die Kinos und machte umgehend klar, dass hier ein Genie seine Streiche spielt. Mel Brooks erzählt die Geschichte eines scheiternden Scheiterns.