Die zentrale Frage, die Euripides’ »Iphigenie in Aulis« aufwirft, ist so zeitlos wie hochaktuell: Was kann Menschlichkeit überhaupt noch bedeuten, wenn Menschen ungerührt der Abschlachtung von Kindern zusehen, sobald ihnen diese als alternativlos präsentiert wird?
AboWie es schillert: Das Programm »Nachtcafé«, gestaltet von Hannes Zerbe am Piano, Jürgen Kupke an der Klarinette und Heide Bartholomäus mit ihrer starken Stimme, vereint tiefsinnig-witzige Gedichte von Gottfried Benn mit hochkarätigem Jazz.
AboDie digitalen Zwillinge sind nicht bloß digitale Phantasiewesen. Man muss sie als ein politisches Projekt begreifen, denn sie könnten die Kluft zwischen Daten und Welt überbrücken. Sollte das gelingen und von realen Menschen akzeptiert werden, hätte das enorme Folgen.
Als um 1990 Grunge aufkam, waren wir uns unserer antirockistischen Gesinnung sehr sicher – unserer Ablehnung von allem, was nach Machopose oder dem Klischee »ehrlicher handgemachter Musik« schmeckte.
Die kommenden Wahlen in Sachsen-Anhalt sind historisch. Alle sprechen über die AfD, doch dass all die anderen Parteien seit Jahren eine miserable Politik in dem Bundesland machen, wird als bekannt vorausgesetzt.
Der Comic »Die Geschichte der Drogen« überrascht. Er beginnt mit einer Autoschlange. »Die Appalachen. Normalerweise kommen die Leute zum Jagen oder zum Wandern her. Aber 2006 hätte ein erstaunter Beobachter einen Stau auf der Ausfahrt der Route 52 bemerken können ...«.
Zwei Besatzungszonen, zwei Goethe-Preise, zwei Empfänge mit Amtsträgern, Festakten und Blitzlichtgewitter. Dazwischen: Thomas Mann, der in sein Geburtsland zurückkehrt, und keine Zonen kennen will.
Man versetze sich nach Italien. In einen Sommer in den 70er Jahren in Rom. War es nicht die Stadt der Liebe damals, mehr noch als Paris? Modernes Design, leuchtende Farben und lautes Lachen prägten das Straßenbild.
In Österreich ist Sprachskepsis seit Karl Kraus ein großes Thema. Zuletzt kam der Lord-Chandos-Brief jedoch verspätet an – dabei könnte die Kritik am sozialdemokratischen Herrschaftsjargon derzeit nicht größer sein.
Die Idee, in die Vergangenheit zurückzukehren, um für ein Ereignis zu sorgen, das die eigene Identität bereits bestimmt hat, bildet das Zentrum der Phantasie von der Urszene genauso wie das Paradoxon der Zeitschleife.
Mag er nicht, kann weg: Wohl auf Geheiß von US-Präsident Donald Trump wurde am Mittwoch die Plastik »Blue« des Künstlers Joel Shapiro vom John-F.-Kennedy-Zentrum für darstellende Kunst in Washington, D. C., entfernt.