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07.10.2026
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    AboJedes Jahr verschwinden laut vorsichtiger ethnolinguistischer Feldforschung vier bis neun komplette Sprachen dieser Welt im Nichts. Also keine Dialekte oder irgendein Wortspiel-Buchstabendreher-Schnarch-Spaß-Bluesky-Jive, sondern: Sprachen. Das ist apokalyptisch.
    Von Dietmar Dath
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    AboAm Anfang schuf Gott den Bus der Linie 6. Und der Bus Gottes war voll und fuhr durch die große Stadt gleichwie die Posaunen des Gerichts. Da begab es sich, dass ein Mann mit einer Gott wohlgefälligen Kappe ergrimmte über einen Frevler, der wider ihn tat.
    Von Peter Köhler
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    AboEs gibt eigentlich nichts Besonderes über ihn zu berichten. Mit 15 Jahren erschießt er einen Invaliden. Als er zur Welt kommt, wiegt er knapp drei Kilo. Sein Geburtshaus ist alt, eine ehemalige Relaisstation.
    Von Ludwig Lugmeier
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    AboLiebe Palästina-Bewegte, lest dieses Buch! Rainer Kerndls weitgehend vergessener Roman »Ein heimatloser Typ« von 1990 zeigt den Weg vom Antizionismus zum marxistischen Internationalismus.
    Von Felix Klopotek
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    AboDezidiert stellt Mark Terkessidis nicht die Frage, was Faschismus ist. Er fragt, wo Faschismus beginnt. Und findet in den heutigen politischen Konstellationen und ihrer diskursiven Dynamik eine Erklärung.
    Von Felix Bartels
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    AboEs gibt nur wenige Brennpunkte der europäischen Zeitgeschichte, die so viele gelungene und zugleich wenig beachtete literarische Werke inspiriert haben wie der österreichische Arbeiteraufstand des Februar 1934.
    Von Erich Hackl
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    AboLeben wir in der Epoche des Postliberalismus? Ein wohlkuratierter Suhrkamp-Sammelband gibt Aufschluss über das seit einigen Jahren intensiv diskutierte Modewort der Politikwissenschaft.
    Von Marc Püschel
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    AboWas hatte der Roman vormals, als er noch nicht »tot« war, für ein Aufgabengebiet, für eine Funktion? Schalamow formuliert es negativ: »Der heutige Mensch überprüft sich und sein Handeln nicht am Handeln Julien Sorels oder (…) Andrej Bolkonskis.«
    Von Andreas Maier
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    Literatur
    AboDer französische Schriftsteller Emmanuel Carrère hat sich einen Namen damit gemacht, in seinen Texten Biographisches und Zeitgeschichtliches miteinander zu verweben. Wenn also der Vorhang zu »Kolchose« mit dem Tod der hochbetagten Mutter öffnet, ist der Leser gewarnt.
    Von Patrick Hönig
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    AboArt Spiegelman sagte einmal, dass fast jeder angehende alternative Comiczeichner seit den späten 1960ern vor der Selbstfindung erst einmal Robert Crumb imitiert habe. »Crumbesk« sage man dazu.
    Von Marc Hieronimus
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    AboWenn Ann Cotten ihren neuen Sammelband »Poller« mit »Idyllen« untertitelt, dann stehen gleich drei Hinweise darauf auf dem Buchdeckel, dass es sich hier nicht um literarische, waldwärts gewandte Naturausflüchte handelt.
    Von Ken Merten
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    Sachbuch
    AboWenn sich Eliten zu Anwälten von »Opfern« machen, ist den Opfern im Zweifel weniger geholfen ist als den Eliten. Doch neben schlechten Anwälten gibt es auch sehr gute. Etwa Saba-Nur Cheema und Meron Mendel.
    Von Stefan Gärtner
  • AboÜber 30 Jahre Moloko Plus: Wie aus einem Undergroundlabel ein Avantgardeverlag wuchs und wie man avancierte Literatur aus aller Welt in der ostdeutschen Provinz verlegt. Ein Gespräch mit Verleger Ralf Friel.
    Von Vincent Sauer
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    Streitschrift
    AboFür Mithu Sanyal ist die Militarisierung keine Machtpolitik, keine imperiale oder kapitalistische Strategie, sondern eine verfehlte Denkmethode, ein Diskurs, ein Geschmack. Aber wer die Moden kennt, kennt auch den Retrotrend.
    Von Stefan Ripplinger
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    AboIst nun auch Jochen Schimmang unter die Schwimmbadliteraten gegangen? »Die Versehrten springen nicht vom Zehner« heißt sein neues Buch. Entwarnung: Auf dem Cover ist kein Sprungturm, kein Becken, ja noch nicht einmal eine Badehose mit aufgenähtem Seepferdchen zu sehen.
    Von Andreas Schäfler
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    AboEin neuer Band von Peter Köhler versammelt kurze, prägnante Texte, selten mehr als drei oder vier Seiten lang. In der Titelgeschichte gibt es eine von Industrie und Handwerk gesponserte Professorin, die das »Niksen« als Heilmittel gegen Arbeitsstress und Burnout anpreist.
    Von Kai Köhler
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    AboPhil A. Neel betrachtet die Welt als Geograph, analysiert sie als Marxist, handelt in ihr als Kommunist und schreibt über sie, als wäre er ein Dichter. Das Ergebnis sind Texte von eigenwilliger Schönheit, scharfsinnig, minutiös, drastisch, fesselnd.
    Von Barbara Eisenmann
  • Die Abbildungen dieser Beilage stammen aus Robert Crumbs Comic »...
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    Tief in den deutschen Wald führt Eva Menasse mit ihrem Roman »Alleinruhelage«. Ins Zentrum rückt die 1970 in Wien geborene Autorin eine ihr ähnelnde Frau mittleren Alters, die als Österreicherin nach Berlin zieht.
    Von Kerstin Cornils
  • »schbiglflegg / schbozndregg / grammschädl / schdaubwedel …«
    gezett/IMAGO
    Es war beim »Sprachsalz«-Festival 2016 in Pforzheim. Die Lesungen hatten ein Ende gefunden, da verschwanden die eher jungen Wortwerker lange vor Mitternacht in ihre Hotelbetten. Nur ein Wortwerker war noch lange nicht müde: Gerhard Rühm.
    Von Jürgen Schneider
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    AboJan Grossarth, Professor für Bioökonomie und Zirkulärwirtschaft an der Hochschule in Biberach, nähert sich seinem Gegenstand, der Krise des Bauens, durch Lektüren, Anekdoten und Spaziergänge.
    Von Martin Küpper
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    AboWir lernten Ludwig Lugmeier über Christian Geissler kennen, der ihm nach der Haft eine Wohnung vermittelt hatte. Luggi verreiste gerne, manchmal ohne Ziel. »Entweder hock ich im Wald oder in Wirtshäusern oder in Kirchen oder auf Friedhöfen.«
    Von Jo Hauberg
  • Meine Güte, du hast dich ja gar nicht verändert! – Kotti in Kreu...
    serienlicht/imago
    Literatur
    Auf eine irrwitzig unterhaltsame, winterliche Odyssee schickt Sven Regener seine Helden in »Frankie und Freddie«. Regeners siebter Roman schließt an »Wiener Straße« und »Glitterschnitter« an, funktioniert aber auch für sich genommen.
    Von Robert Best
  • Ein Prosit darauf, dass sie nie gemeint sind. Werner Michael, Lo...
    teutopress/IMAGO
    Der Begriff »Clankriminalität« kam in keinem einzigen Prozess jemals zur Anwendung oder führte zu einer Verurteilung. Eine einheitliche Definition davon gibt es nicht. Er dient vor allem der Stigmatisierung von Familien mit Migrationshintergrund
    Von Marcus Staiger
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    AboEgal, wie schlimm es auch sein mag, irgendwo dudelt es von früheren Zeiten. Denn es gibt schließlich Hoffnung, nur nicht für uns: Heinz Strunks Urlaubsroman »Memories of Heidelberg«.
    Von Gert Hecht
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    AboSarkasmus definiert der Duden als »beißenden, verletzenden Spott, Hohn, der jemanden, etwas lächerlich machen will«. Der britische Science-Fiction-Autor Ian Watson verfügte offensichtlich über eine Menge davon.
    Von Michael Sommer
  • Wolfgang Staudte 1960 auf dem Filmfestival in Karlovy Vary mit s...
    United Archives Keystone/imago
    AboJubilare der Woche: der Filmregisseur Wolfgang Staudte, der Schauspieler Friedrich Teitge und der Kinderbuchautor Werner Lindemann. In seiner Geburtsstadt Saarbrücken wird am Wochenende an Wolfgang Staudte mit Vorführungen der Filme »Rotation« und »Die Dreigroschenoper« erinnert.
    Von Jegor Jublimov
  • »Can I take control? / Do any of my actions matter at all?« – Ma...
    Renaud Monfourny/opale.photo/imago
    AboMarta Del Grandis Stimme – traumhaft im Wortsinn. Die Musik schmiegt sich an, schwebend. Mal elektronisch sphärisch, mal eher stringent im klassischen Bandsound aus Gitarre, Bass und Drums.
    Von Frank Schwarzberg
  • Mit dem Auto zu Fuß nach Nebraska
    Mary Evans/IMAGO
    Programmtips
    AboDamit Ihnen das Hören und Sehen nicht vergeht.
  • Kessler-Sportfotografie/IMAGO
    Nicht ihr Einsatz im Konzerninteresse, die KI selbst wäre damit das Problem. Paradoxerweise vermenschlicht gerade Maschinenkritik die Maschine. Aus Kampf zwischen Menschen wird Kampf zwischen Mensch und Maschine. Tim Bendzko hört aufmerksam zu.
    Von Felix Bartels
  • Events
    Aktuelle Termine zu aktuellen politischen Themen.