29.01.2008 / Thema / Seite 10

Identität eines Roten

Rede zur Eröffnung der Ausstellung »Alfred Hrdlicka – Plastiken, Zeichnungen, Radierungen« in Berlin

Oskar Lafontaine
Als sich am Samstag, dem 16. Juni 2007, die ostdeutsche PDS und die westdeutsche WASG in Berlin zur Partei Die Linke zusammenschlossen, saß Alfred Hrdlicka mit seiner Frau Angelina in der ersten Reihe. Während die Delegierten die Gründung ihrer neuen Partei beklatschten, lehnte sich der oft grimmig dreinblickende Wiener Bildhauer zurück und lächelte zufrieden. Er ist so etwas wie ein heimlicher Pate der neuen Linken. Hatte er doch Gregor Gysi und mich immer wieder bedrängt, erneut politisch aktiv zu werden und etwas zusammen zu machen.

Begonnen hat meine Freundschaft mit Alfred Hrdlicka Mitte der 80er Jahre in Hamburg. Auf einer Party, deren Gastgeber der damalige Chefredakteur des Spiegel, Erich Böhme, war, sah ich ihn zum ersten Mal. Durch seine Standardmontur schwarzer Pullover, schwarze Jeans, schwarze Stiefel nicht abgelenkt, studierte ich seinen Charakterkopf und seine ausdrucksstarken Hände. Die unbändige Kraft, die er ausstrahlte, schlug mich in i...

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