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21.01.2008 / Ausland / Seite 7

Afrika in Den Haag

Der Westen sitzt zu Gericht über den »Schlächter von Monrovia« – und revidiert die Geschichte des Kolonialismus

Gerd Schumann
Der Prozeß gegen den »Schlächter von Monrovia« (Der Spiegel, 1/2008) geht am heutigen Montag in seine dritte Woche. Ausgelegt auf weitere 18 Monate, nachdem der ursprünglich vor einem halben Jahr geplante Auftakt wegen mangelhafter Vorbereitung mißglückte, ruft die Anklage seit dem 7. Januar ihre Zeugen in den Saal 2 des Haager Gerichtshofs. Vorgeworfen werden Charles Taylor, bis 2003 Staatspräsident von Liberia, die Bildung eines »joint criminal enterprise« (kriminelle Vereinigung). Der 59jährige habe in engem Zusammenspiel mit den Führern der Rebellenarmee RUF (Revolutionary United Front) in Sierra Leone zwischen 1991 und 2002 die Diamantenvorkommen im Nachbarland Liberias ausgeplündert und zudem für den Waffennachschub gesorgt.

Eigentlich hätte das Verfahren vor dem »Internationalen Sondergericht für Sierra Leone« (SCSL) in der Hauptstadt Freetown durchgeführt werden sollen. Doch zog dieses speziell für Taylor nach Den Haag, weil der westafrikanische G...

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