03.01.2008 / Inland / Seite 2

»Konzepte wie Erziehungscamps sind nur absurd«

In Deutschland verschärft sich seit Jahren die Kriminalpolitik. »Sozialisierung« steht nicht mehr im Vordergrund. Gespräch mit Fritz Sack

Peter Wolter
Fritz Sack ist Professor für Kriminologie an der Universität Hamburg

Der Überfall auf einen Rentner in der Münchner U-Bahn hat eine Debatte um die angeblich höhere Kriminalität von Jugendlichen aus dem Migrantenmilieu ausgelöst. Zu Recht?

Ich finde generell, daß man Kriminalpolitik nicht mit Ausländerpolitik verwechseln sollte. Diese dazu zu mißbrauchen, kriminalpolitische Probleme anzugehen, ist eine Pervertierung.

Aber was sagen die Statistiken? Ist eine höhere Kriminalität festzustellen?

Unabhängig von den konkreten Zahlen –die Diskussion über die Kriminalität ausländischer Jugendlicher beginnt ja mit einer Lebenslüge. Die Statistik bildet doch lediglich die Art und Weise ab, wie wir mit Leuten umgehen, die hier in Deutschland geboren und aufgewachsen sind. Die werden aber dennoch als Ausländer behandelt, obwohl sie von ihrer Lebenswelt und ihrer Sozialisierung her Mitglieder unserer Gesellschaft sind.

Es wird vorwiegend aus Unionskreisen in den le...


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