12.11.2007 / Thema / Seite 10

Im Reich von »König Barzani«

Der Druck seitens der Türkei und der arabischen Nachbarn hält die Kurden im Nordirak zusammen. Doch das Aufeinanderprallen von feudalen Strukturen und einem ungebremsten Neoliberalismus erzeugt ein explosives Gemisch. Ein Reisebericht

Nick Brauns
Willkommen im Luxus« begrüßen Plakate die Reisenden auf dem International Airport nahe der Hauptstadt Erbil der Autonomen Re­gion Kurdistan im Nordirak. Es ist Werbung für das »American Village – die exklusivsten Villen in Kurdistan« mit einer typisch amerikanischen Reihenhaussiedlung vor den kurdischen Bergen. Die Region präsentiert sich gerne als der andere Irak.

Überall wehen die kurdischen rot-weiß-grünen Fahnen mit der gelben Sonne, während die irakische Fahne nirgends zu finden ist. Die von Bagdad weitgehend unabhängige Region Kurdistan besteht aus den drei an die Türkei und den Iran grenzenden Provinzen Erbil, Sulaimania und Dohuk, die bereits seit dem Volksaufstand Ende des Golfkrieges 1991 unter kurdischer Kontrolle stehen, nachdem der UN-Sicherheitsrat eine Flugverbotszone nördlich des 36. Breitengrades ausrief. Bis heute wird die westliche Hälfte Kurdistans von der konservativen Demokratischen Partei Kurdistans (KDP) unter ihrem Führer M...

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