23.10.2007 / Feuilleton / Seite 13

Zuviel Gehorsam

Soldaten diskutierten in Berlin den Pazifisten Tucholsky

Doreen Hoffmann
In Berlin fand am Wochenende die 15. Jahrestagung der Kurt-Tucholsky-Gesellschaft statt, die am Sonntag in der Preisverleihung an Otto Köhler und Lothar Kusche mündete. Das Thema der Tagung hieß »Der Krieg ist aber unter allen Umständen tief unsittlich«. Am Eröffnungstag wurde jungen Forschern eine Plattform geboten, auf der besonders Staatsdienerin Ursula Blanke-Kießling für Aufmerksamkeit sorgte. Die Volljuristin, die sich mit dem Verhältnis von Dichtkunst und Staat aus rechtswissenschaftlicher Sicht beschäftigte, beklagte, Tucholsky habe mehr gemeckert als angeregt. »17 Jahre nach der Wiedervereinigung leben wir in einer friedlichen Demokratie« – was gäbe es da eigentlich noch zu beklagen? Vielleicht die Existenz der Tucholskyschen Schriften? »Fraglich ist, wie sich Tucholskys Vorstellung von Pazifismus mit dem allgemeinen Bedürfnis nach Sicherheit vereinbaren läßt«, sorgte sie sich in den Zeiten der neoimperialistischen Weltordnungskriege.

Trot...

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