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23.10.2007 / Feuilleton / Seite 13

Auf der Zigarrenkiste

Für einen neuen Anti-Faschismus: Lothar Kusche und Otto Köhler erhielten in Berlin den Kurt-Tucholsky-Preis für ihr publizistisches Lebenswerk

Thomas Wagner
Als junger Mann hat Lothar Kusche (geboren 1929) 50 Pfennige gezahlt, um von den Rängen des Deutschen Theaters in Berlin dem Geschehen auf der Bühne zu verfolgen. Am vergangenen Sonntag saß der Satiriker auf den teuren Plätzen unten ganz vorne in dem nur zu zwei Dritteln gefüllten Haus. Denn er und Otto Köhler (geboren 1935) standen im Mittelpunkt des Geschehens. Beide sind von einer fünfköpfigen Jury dazu auserkoren worden, den seit 1995 alle zwei Jahre an herausragende politische Schreiber der kleinen literarischen Form verliehenen Kurt-Tucholsky-Preis für ihr Lebenswerk entgegenzunehmen. Zum ersten Mal geht die zuvor bereits Künstlern wie Daniela Dahn oder Konstantin Wecker zuteil geworden Ehre an gleich zwei herausragende Schriftsteller und Journalisten aus Ost und West, die sich die 3000 Euro Preisgeld wegen dieses Umstandes aber auch teilen müssen. Die Diseuse Gisela May und der Schriftsteller Gerhard Zwerenz hatten sich als Laudatoren eingefunden.

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