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21.05.2007 / Inland / Seite 5

Zynischer Umgang mit einem Folteropfer

Weder USA noch Bundesregierung halfen dem von der CIA verschleppten Khaled El Masri

Ulla Jelpke
Der deutsche Staatsangehörige Khaled El Masri zählt zu den Folteropfern der USA, mit deren Schicksal sich der BND-Untersuchungsausschuß des Bundestags befaßt. El Masri wurde Ende 2003 im mazedonischen Skopje vom US-Geheimdienst CIA nach Afghanistan verschleppt, dort ohne Grund verhört und gefoltert und erst fünf Monate später freigelassen. Der US-Botschafter teilte dem damaligen Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) mit, die CIA habe El Masri verwechselt.

Um die Spätfolgen der Folter, um El Masris Traumatisierung und die nötige Therapie kümmerten sich weder die USA noch die deutsche Bundesregierung. El Masri hätte dringend behandelt werden müssen, was aber an zweijährigen Querelen mit Krankenkasse und Sozialbehörden scheiterte. Am letzten Mittwoch schließlich, gegen fünf Uhr früh, wurde er von der Polizei angetroffen, als er in Neu-Ulm einen Brand in einem Großhandelsmarkt legte, mit dess...

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