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10.03.2007 / Inland / Seite 8

»Der Fall Pretzien ist mit Urteilsspruch nicht erledigt«

Nach Verurteilungen wegen Verbrennung des Anne-Frank-Tagebuchs muß politische Auseinandersetzung beginnen. Ein Gespräch mit Thomas Heppener

Wera Richter
Thomas Heppener ist Direktor des Anne Frank Zentrums in Berlin, anne-frank.de

Im Fall der Verbrennung des Anne-Frank-Tagebuchs in Pretzien im Sommer vergangenen Jahres sind am Donnerstag fünf der sieben Angeklagten zu jeweils neun Monaten Bewährungsstrafe verurteilt worden. Wie beurteilen Sie den Ausgang des Verfahrens?

Es ist gut, daß es zu einer Verurteilung gekommen ist. Ich halte das Urteil auch für angemessen. Oft werden solche Delikte nur mit Geldstrafen belegt. Daß die Täter gemeinschaftlich verurteilt worden sind, zeigt, daß der Richter die Bücherverbrennung als vorsätzliche Tat angesehen hat. Es ist immer noch ungeheuerlich, was im letzten Jahr in Pretzien passiert ist. Ich bin sehr froh, daß der Richter nicht nur die Taten bewertet hat, sondern sie auch deutlich in den politischen Kontext gestellt hat. Die Bücherverbrennung hat den dörflichen Frieden nicht gestört, sondern zerstört.

Der dörfliche ...


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