Der Schwarze Kanal: »Verkommen«
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06.03.2007 / Feuilleton / Seite 12

Freiheit ohne Raum

Wenn sie schießt, dann in schwarz-weiß: Eva Haule fotografierte Theaterproben in ihrem eigenen Knast

Conny Gellrich
Die Gesichter hängen im Schrank. Oben tanzen die Puppen auf den Tischen. Im tiefsten Neukölln hat am Samstag K&K VolkArt, ein Zwitter aus Puppentheater und Galerie, eröffnet. Im großen Schaufensterraum beglückt eine Kasperbühne tagsüber Kinder, abends Erwachsene. Durch eine in den Boden eingelassene Luke gelangt man in den Keller, der als Ausstellungsraum dient. Eingeweiht wird er von Eva Haule, früher RAF-Mitglied, seit 21 Jahren inhaftiert, seit drei Jahren Fotografin.

Der Raum ist niedrig und vor allem dunkel. Eine Taschenlampe strahlt vom Boden aus eine Diskokugel an. Dadurch entsteht so etwas wie ein Sternenhimmel an der Decke, auf dem Boden. Jeder Besucher bekommt ein buntes Knicklicht oder eine winzige Punkt-Taschenlampe ausgehändigt. Damit läßt sich vage das Bild erleuchten, vor dem man gerade steht, mehr nicht.

Eva Haule war drei Jahre lang in Einzelhaft in Köln und Stammheim, 1989 wurde sie nach Frankfurt verlegt. Dort besuchte sie Fotokurse...



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