14.02.2007 / Feuilleton / Seite 12

Falsches Symbol

Die Dummheit der Nazis zeigt sich auch in der Wahl ihrer Zeichen: Eine Kulturgeschichte des Hakenkreuzes

Martin Büsser
Am Ende von Michael Wadleighs »Woodstock«-Film verläßt ein Hippie-Pärchen zu den Klängen von Jimi Hendrix das Festivalgelände. Die Kamera folgt den beiden durch ein Meer von Müll. Kurz zeigt sie das Paar von hinten. Als Rückenaufnäher ist ein Hakenkreuz zu sehen. Hippies und Hakenkreuz – wie geht das zusammen? Natürlich handelt es sich um die indische Swastika, das »umgedrehte« Hakenkreuz, das Esoteriker immer wieder ausgekramt und gegen die Vereinnahmung durch die Nazis verteidigt haben. Dem Soziologen, FAZ-Autor und Adorno-Biographen Lorenz Jäger sind zwar die Woodstock-Hippies entgangen, ansonsten hat er in seiner Studie »Das Hakenkreuz – Zeichen im Weltbürgerkrieg« jedoch so ziemlich alle entlegenen Stellen ausfindig gemacht, an denen das Hakenkreuz in der Kunst- und Kulturgeschichte auftauchte.

Sein Text setzt mit Heinrich Schliemanns Ausgrabungen von Troja im Jahr 1873 ein: Auf Keramiken waren dem Archäologen zahlreiche Hakenkreuz-Verzierungen in de...

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