06.01.2007 / Inland / Seite 8

»Wir erwarten Aufklärung im Fall Oury Jalloh«

Vor zwei Jahren starb Flüchtling in Dessauer Polizeizelle. Verhandlung gegen Beamten vermutlich im März. Ein Gespräch mit Ulrich von Klinggräff

Wera Richter
Rechtsanwalt Ulrich von Klinggräff nimmt als Nebenklagevertreter gemeinsam mit Regina Götz die Rechte der Eltern Oury Jallohs wahr

Am Sonntag jährt sich der Todestag Oury Jallohs zum zweiten Mal. Der Flüchtling aus Sierrra Leone verbrannte am 7. Januar 2005 in einer Dessauer Polizeizelle. Gibt es Hoffnung, daß die Umstände seines Todes noch aufgeklärt werden?

Ja, und zwar eine stärkere als zuvor. Nach beinahe zwei Jahren ist endlich die Anklageschrift vom Landgericht Dessau zugelassen worden. Das heißt, es wird zu einer Hauptverhandlung kommen. Angeklagt ist der Dienststellenleiter der Polizeiwache in Dessau. Wir erwarten also durchaus eine weitergehende Aufklärung.

Was wird dem Polizeibeamten konkret vorgeworfen?

Juristisch lautet der Vorwurf »Körperverletzung im Amt mit Todesfolge durch Unterlassen«. Das heißt, dem Beamten wird vorgeworfen, mit extremer Verspätung gehandelt zu haben. In dem Raum des Dienstgruppenleiters waren Brandmelder installiert, ...

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