11.12.2006 / Politisches Buch / Seite 15

Fanatiker der Todesstrafe

Klaus-Detlev Godau-Schüttke zeigt in einer Studie, daß zahlreiche Nazijuristen am Bundesgerichtshof wieder »Im Namen des Volkes« Recht sprechen konnten

Dietmar Jochum
Als Bruno Heusinger am 31. März 1960 als Präsident des Bundesgerichtshofes in sein Amt eingeführt wurde, leitete der dienstälteste Senatspräsident, Friedrich Tasche, die Festveranstaltung in Karlsruhe. Friedrich Tasche war nicht irgendwer, sondern– wie Klaus-Detlev Godau-Schüttke in seinem Buch »Der Bundesgerichtshof– Justiz in Deutschland« zu berichten weiß – »ein Antisemit und Republikgegner«, der schon als Mitglied des deutsch-völkischen Schutz- und Trutzbundes »zu den geistigen Wegbereitern des Nationalsozialismus« gehörte.

Anwesend bei der Veranstaltung war auch der amtierende Bundesjustizminister Fritz Schäffer, der sich, so Godau-Schüttke, die Gelegenheit nicht entgehen ließ, »auf die sogenannte Braunbuch-Kampagne der DDR einzugehen«. So sagte Schäffer: »Wie erfolgreich der Wiederaufbau des Rechtsstaates unter maßgeblicher Führung des Bundesgerichtshofs war, beweisen die Ereignisse der letzten Monate mit den aus dem Osten kommenden Versuchen, das Ve...

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