05.12.2006 / Inland / Seite 4

Kompromißler und Weißwäscher

Deutsche Bahn und Bundesregierung konzipieren nun eigene Wanderausstellung zur Rolle der Reichsbahn bei der Deportation der Juden. Hamburger Initiative erinnert an Verschleppung von 756 Bürgern der Stadt vor 65 Jahren

Wolfgang Popp
Der Umgang von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) und Deutsche-Bahn-Chef Hartmut Mehdorn mit der Erinnerung an die Zeit der Nazidiktatur und mit dem Gedenken an deren Opfer verursacht Übelkeit. Eine wissenschaftlich fundierte Ausstellung zur Deportationspolitik der deutschen Reichsbahn in jener Zeit mit dem Titel »11000 Kinder – mit der Reichsbahn in den Tod« war zwei Jahre lang Gegenstand eines mehr als unwürdigen Gerangels um die Frage, ob sie auf deutschen Bahnhöfen gezeigt werden darf. Vergangenen Freitag wurde die Auseinandersetzung vorerst beendet. Bundesregierung und Bahn teilten mit, man wolle jetzt selbst eine Ausstellung konzipieren, in die »Elemente« der Ausstellung von Beate Klarsfeld »integriert« werden sollen (siehe jW vom 2./3.12.). Klarsfelds Exposition ist auf französischen Großbahnhöfen bereits mit Erfolg gezeigt worden. Sie führt Reisenden die Schicksale von Kindern vor Augen – von Kindern, die, eingesperrt in Viehwaggons, ...

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