01.12.2006 / Ausland / Seite 7

Calderón am Start

Die Zeremonie des Präsidentenwechsels in Mexiko als Posse mit ernstem Hintergrund

Gerold Schmidt (npl), Mexiko-Stadt
Es wird einer der merk- und denkwürdigsten Amtsantritte eines mexikanischen Präsidenten sein. Heute soll der konservative Politiker Felipe Calderón nach seinem von der Opposition angezweifelten Wahlsieg im Juli offiziell die Regierungsgeschäfte übernehmen. Traditionell findet die Machtübergabe vor dem Plenum des mexikanischen Kongresses statt. Doch die Umstände dieses protokollarischen Aktes waren wenige Stunden vor der geplanten Zeremonie noch völlig unklar. Der Grund: Andrés Manuel López Obrador, der hauchdünn unterlegene sozialdemokratische Kandidat und sein aus drei Parteien bestehendes Breites Fortschrittliches Bündnis (FAP) erkennen Calderón nach wie vor nicht an. Sie wollen die Veranstaltung vor Abgeordneten und Senatoren unter allen Umständen verhindern.

Tumult im Kongreß

Am Dienstag war es zu tumultartigen Szenen im Sitzungssaal des mexikanischen Kongresses gekommen. Die Regierungspartei PAN wollte dem FAP zuvorkommen. Das Bündnis hatte Gerüchten...

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