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30.10.2006 / Feuilleton / Seite 12

Real existierender Underground

Unabhängige Filmproduktionen aus der DDR und Ungarn wurden im Rahmen einer Retrospektive in Berlin gezeigt

Maik Hölzel
Von allen Künsten ist für uns die Filmkunst die wichtigste.« Schon Lenin wußte um die Massenwirksamkeit des Kinos. Entsprechendes Augenmerk wurde im real existierenden Sozialismus auf die Filmkunst gerichtet und jegliches Tun außerhalb der offiziellen Produktionsmöglichkeiten, wo nicht unterbunden, so doch argwöhnisch beobachtet. Dennoch versuchten viele, mittels laufender Bilder mehr oder weniger versteckte Kritik anzubringen. Folgerichtig verschwand schon mal eine gesamte DEFA-Jahresproduktion in den Giftschränken, erhielten junge engagierte Filmemacher erst gar nicht die Chance, ein eigenes Werk zu erstellen.

Einige Unverzagte versuchten dies dennoch, außerhalb der staatlichen Studios. Meist mit der eigentlich für das Familienurlaubsvideo konzipierten Super-8-Kamera drehten sie ihre Filme: individuell, oft provokant und handwerklich gekonnt. Eine vom 19. bis 25. Oktober in der Berliner Brotfabrik und dem Zeughauskino gezeigte Retrospektive brachte einig...

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