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02.10.2006 / Schwerpunkt / Seite 3

Die verweigerte Bilanz

Nach ihrer Niederlage vertraut die Spitze der Berliner Linkspartei auf die kollektive Weisheit der »Gremien«: Wortgeprassel statt Analyse und Diskussion

Kurt Pätzold
Propheten mußten nach diesem 17. September 2005 nicht befragt werden, um Klarheit darüber zu gewinnen, daß das Wahlergebnis der Berliner Linkspartei zu einem gehörigen Grummeln in der Basis der Organisation führen werde. Noch am Tage zuvor hatte ihr Spitzenkandidat in einem Interview selbstbewußt auf fünf Jahre erfolgreichen Kampf zurückgeblickt, in denen viel bewegt worden sei, die Menschen positive Erfahrungen vermittelt bekamen, das Interesse der sozial Schwachen verfochten, Berlin wieder auf die Füße gebracht und unglaublich viel Akzeptanz gewonnen wurde. Nun war zu hören, die Basis müsse ein Machtwort sprechen. Bevor sie aber den Mund auch nur aufmachen konnte, war er ihr verschlossen worden. Durch einen kräftigen und atemberaubenden Bruderkuß, verabreicht von den Führern. »Gemeinsam«, lautete der Worthauch, der folgte.

Einlullen und Zeitgewinn

Das meinte: Wir brauchen euch fürs Überlegen und Nachdenken, Sprechen und Reden, Analysieren und Wichten. M...

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