24.08.2006 / Wissenschaft & Umwelt / Seite 15

Doktoren auf Widerruf

Zwischen 1933 und 1945 entzog die Universität Köln mehr als 65 Akademikern ihren Titel

Dirk Ruder
Die Aberkennungen rechtmäßig erlangter Doktortitel im »Dritten Reich« war, so zynisch das klingt, staatspolitische Routine: Es gab ordentliche Gesetze und ordentliche Universitäten, die diese Gesetze befolgten. Bis heute befaßt sich der Wissenschaftsbetrieb nur ungern mit dem heiklen Sujet. »In das Blickfeld der Geschichtswissenschaft geriet diese Thematik erst 1965«, schreiben die an der Kölner Universität lehrende Historikerin Margit Szöllösi-Janze und der Kölner Universitätsarchivar Andreas Freiträger in dem Band »Doktorgrad entzogen!« über die zwischen 1933 und 1945 vollzogenen Aberkennungen akademischer Titel.

In der Tat ist die Liste einschlägiger Publikationen zum Thema überschaubar. Anfänglich wurden zwei prominente Fälle untersucht. »Der Bonner Historiker Paul Egon Hübinger forschte über die Entziehung der Bonner Ehrendoktorwürde des Schriftstellers und Nobelpreisträgers Thomas Mann, während Hans Georg Lehmann in Marburg der Frage nachging, warum...

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